Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/g502-lightspeed-im-test-drahtlos-aufladbar-ist-diese-maus-noch-besser-1907-141991.html    Veröffentlicht: 02.07.2019 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/141991

G502 Lightspeed im Test

Drahtlos (aufladbar) ist diese Maus noch besser

Laut Logitech ist die G502 das populärste Mausmodell des Schweizer Herstellers, weshalb es nun eine vierte Version davon gibt: Der Lightspeed-Ableger benötigt kein Kabel und kann per Powerplay-Pad drahtlos geladen werden. Beides macht die G502 toll - und ziemlich teuer.

Wer in den vergangenen Jahren ein Blick in die Liste der am meisten gesuchten Gaming-Mäuse gemacht hat, wird dort regelmäßig die G502 von Logitech entdeckt haben: Nach der ursprünglichen Variante namens Proteus Core (2014) und der mit RGB-Lichteffekten versehenen Proteus Spectrum (2016) wurde die dritte Iteration als Hero (2018) bezeichnet, die nunmehr vierte heißt Lightspeed. Das ist Logitechs Bezeichung für die eigene proprietäre Drahtlostechnik, denn die neue G502 Lightspeed kommt ohne Kabel aus.

Grundsätzlich hat Logitech die G502 seit dem ersten Modell kaum verändert, denn Ergonomie und Tastenanzahl sind wie gehabt überzeugend: Die recht wuchtige Rechtshändermaus misst 132 x 75 x 40 mm und wiegt eher schwere 112 Gramm, per sechs Zusatzgewichten sind es bis zu 16 Gramm mehr. Durch das aggressiv anmutende Design hat auch die G502 Lightspeed einige Ecken und Kanten, was sie ein bisschen staubanfälliger macht als glattere Mäuse wie etwa die G703 Lightspeed. Die Ergonomie der G502 halten wir bei mittelgroßen Händen für exzellent, das ist aber wie üblich Typ-abhängig und ohne Ausprobieren nur schwer vorhersagbar.

Da der Autor die G502 Proteus Core seit 2015 im Einsatz hat - erst am Desktop, dann später für unterwegs - sei gesagt, dass zumindest diese Maus praktisch keine Abnutzungserscheinungen zeigt: Die großen Füßchen sind trotz Kunststoffpad und allerhand Tischoberflächen kaum abgeschliffen, die Gummierung links und rechts ist weder abgerieben noch klebrig oder schmierig geworden. Zudem funktionieren wie gehabt alle Tasten und das 4-Wege-Scrollrad, welches per Knopfdruck von knackig gerastert auf frei drehend umgeschaltet werden kann, einwandfrei. Das Rad ist nun gummiert und gelocht statt komplett aus Metall, daher dreht es sich ein bisschen kürzer im Leerlauf.

Auch die G502 Lightspeed weist zwei Haupttasten mit Omron-Switches, zwei weitere für den Zeigefinger und drei Daumentasten auf, oben sitzen der Profil-Umschalter und die mechanische Taste für das Scrollrad. Per G-Hub-Software sind alle Buttons frei und doppelt belegbar, auch Systembefehle oder (zeitverzögerte) Makros können erstellt werden. Die G502 Lightspeed hat einen internen Speicher für fünf Profile. Die RGB-Lichteffekte sind optional, zumal sie sich signifikant auf die Akkulaufzeit auswirken. Die lässt sich anhand dreier Streifen oder per Software auslesen, das klappt unter ChromeOS sowie MacOS oder Windows.

Um die Maus zu verwenden, wird sie entweder per mitgeliefertem Micro-USB-Kabel oder per USB-Dongle verbunden. Der kann, wenn er nicht benötigt wird, im Boden der G502 Lightspeed verstaut werden - praktisch für Reisen, so geht der Dongle nicht verloren. Logitech zufolge hält der Akku mit RGB-Licht bis zu 48 Stunden durch, was wir grob bestätigen können: Nach einer Woche im Büro war noch genügend Energie für den darauffolgenden Montagmorgen übrig, allerdings befand sich die Maus auch nicht im Dauereinsatz. Nach gut einer Stunde am USB-Kabel war sie wieder fast voll.

Verglichen zur ersten G502, der Proteus Core, fallen zwei Punkte auf: Die ältere Maus ist praktisch genauso schwer, aber trotz Maus-Bungee machte sich das Kabel gelegentlich bemerkbar und stört dann teils die Konzentration im Spiel. Der aktuelle Hero-Sensor mit bis zu 16.000 dpi erschien uns im Alltag subjektiv identisch zum bisherigen PMW-3366-Sensor von Pixart, zumal wir ihn ohnehin meist mit nur 1.000 dpi betrieben haben. Eventuell lassen sich Unterschiede in Extremsituationen aufzeigen, aber selbst bei Instagib in Unreal Tournament war es am Ende doch eher der Skill und nicht die Hardware, die für Sieg oder Niederlage sorgte.

Dort, wo der USB-Dongle versteckt wird, lässt sich anstelle eines magnetischen Deckels auch der sogenannte Power Core einsetzen: Der sorgt dafür, dass die G502 Lightspeed bei Nutzung eines Powerplay-Mauspads über dieses induktiv, also drahtlos, aufgeladen wird. So müssen wir nie daran denken, die Maus mit Energie zu versorgen und können sie für Reisen jederzeit einfach schnappen und in den Rucksack stecken. Das Powerplay-Pad ist jedoch nicht günstig und nicht jedem sagt die mitgelieferte Hartplastik- oder Stoffoberfläche zu. Sofern ein alternatives Pad nicht zu dick ist, klappt das Aufladen dennoch.

Verfügbarkeit und Fazit

Logitech lässt sich die drahtlose Freiheit der G502 Lightspeed teuer bezahlen, denn die Maus kostet 150 Euro. Wer noch das Powerplay-Pad dazu haben will, zahlt weitere 100 Euro. Die kabelgebundene und ansonsten nahezu identische G502 Hero führt der Hersteller offiziell für 90 Euro - diverse Shops bieten sie allerdings schon für gut 60 Euro an.

Schon die Ur-G502 ist bis heute eine exzellente Maus mit toller Ergonomie und klasse Tasten, die später eingeführten RBG-Lichteffekte und der 16K-Hero-Sensor sind unserer Ansicht nach keine zwingenden Argumente die Proteus Core auszutauschen. Die drahtlose und überdies kabellos aufladbare Lightspeed-Variante hingegen lockt durch zusätzliche Freiheit, wenn denn der hohe Preis akzeptabel ist.  (ms)


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