Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/messaging-google-will-einfuehrung-von-sms-nachfolger-rcs-forcieren-1906-141973.html    Veröffentlicht: 18.06.2019 11:11    Kurz-URL: https://glm.io/141973

Messaging

Google will Einführung von SMS-Nachfolger RCS forcieren

Seit Jahren ist die Rede davon, dass RCS bald SMS als Nachrichtenstandard ablösen wird - viel passiert ist bisher nicht. Jetzt will Google das Format in weiteren Märkten einführen. Android-Nutzer können dann Nachrichten mit Bildern verschicken, ohne einen Messenger-Dienst zu verwenden.

Google will die Einführung des SMS-Nachfolgestandards RCS (Rich Communications Services) selbst in die Hand nehmen und nicht mehr den Telekommunikationsanbietern der einzelnen Märkte überlassen. Das berichtet The Verge unter Berufung auf verschiedene Mitarbeiter des Konzerns.

RCS bietet Nutzern die Möglichkeit, Nachrichten mit Bildern oder anderen Inhalten wie GIFs zu versenden, was bei SMS nicht möglich ist. Dennoch handelt es sich wie bei SMS um einen allgemeinen Standard, es ist also keine spezielle App wie etwa bei Whatsapp oder dem Facebook Messenger nötig. Die vorinstallierte SMS-App, bei Googles Android Messages genannt, soll für den Versand von RCS-Nachrichten ausreichen.

Bisher hieß es, dass RCS von den Netzanbietern der einzelnen Länder eingeführt werden solle, was allerdings eher schleppend vonstattengeht. Entsprechend soll laut The Verge Google nun in Großbritannien und Frankreich RCS selbst einführen. Android-Nutzer sollen beim Start der Messages-App gefragt werden, ob sie den neuen Standard verwenden wollen.

Messages-App fragt RCS-Status ab

Willigen sie ein, fragt die App beim Start einer neuen Unterhaltung im Hintergrund ab, ob der Gesprächspartner ebenfalls RCS unterstützt. Falls ja, können Nachrichten mit erweiterten Inhalten versendet werden. Falls die Anfrage negativ verläuft, werden weiterhin SMS verschickt. Der Versand ist an die SIM-Karte gebunden, entsprechend können Nachrichten immer nur von einem Gerät aus versendet werden.

Anders als Whatsapp und andere Messenger sind RCS-Nachrichten nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt. Google zufolge sollen die Nachrichten aber nicht auf Google-Servern gespeichert, sondern nach der Auslieferung gelöscht werden. Anhänge wie Fotos und Videos sollen jedoch für einige Zeit gespeichert werden, um allen Teilnehmern an Gruppenchats die Möglichkeit zu geben, diese herunterzuladen. Sobald in einem Markt ein Netzwerkanbieter die Auslieferung von RCS-Nachrichten übernimmt, ist dieser für die Speicherung von Daten verantwortlich.

Google hatte bereits auf dem Mobile World Congress (MWC) 2016 erklärt, RCS unterstützen zu wollen. Im April 2018 hatte das Unternehmen bekanntgegeben, die Arbeit an seinem Messenger Allo einzustellen und das Team für die Weiterentwicklung der Messages-App einzusetzen, die RCS-Nachrichten absetzen kann.  (tk)


Verwandte Artikel:
Messaging: Google unterstützt SMS-Nachfolger RCS   
(24.02.2016, https://glm.io/119364 )
Zwei-Faktor-Authentifizierung: Google will Nutzer zu Prompts überreden   
(15.07.2017, https://glm.io/128934 )
GSMA: Joyn statt SMS   
(28.02.2012, https://glm.io/90081 )
Noch ein Messenger: Google führt Chat-Funktion für Youtube-App ein   
(08.08.2017, https://glm.io/129359 )
Autonomes Fahren: Per Fernsteuerung durch die Baustelle   
(18.06.2019, https://glm.io/141791 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/