Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/top500-usa-bauen-supercomputer-vorsprung-aus-1906-141923.html    Veröffentlicht: 17.06.2019 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/141923

Top500

USA bauen Supercomputer-Vorsprung aus

Die Top-500-Liste der schnellsten Systeme weltweit zeigt, dass viele Supercomputer in den USA hinzugekommen sind, wenngleich China ebenfalls nicht untätig war. In Europa hat vor allem Frankreich viele Rechner fertiggestellt, der Pangea 3 verfehlt nur knapp die Top 10.

In der Liste der Top 500 der leistungsstärksten vermessenen Supercomputer der Welt gibt es im Juni 2019 zumindest bei den Spitzenplätzen keine Änderungen, dahinter jedoch schon: Auf dem fünften Rang positioniert sich der Frontera des Texas Advanced Computing Center (TACC), ein Projekt der dort ansässigen Universität. Das System besteht rein aus Intel-Prozessoren, die Xeon Platinum 8280 mit 28 Kernen schaffen eine theoretische Geschwindigkeit von 38,75 Petaflops und 23,52 Petaflops im Linpack-Benchmark. Der viertplatzierte Supercomputer, der chinesische Tianhe-2A, ist mehr als doppelt so schnell.

Auf die kompletten 500 Systeme bezogen konnten die USA ihren Anteil von 21,8 Prozent auf 23,2 Prozent leicht erhöhen, der Anteil an der gesamten Rechenkapazität stieg daher zulasten Chinas von 37,7 Prozent auf 38,5 Prozent. Eines der stärksten neuen Systeme nach dem Frontera ist der DGX Super Pod von Nvidia, welcher 11,2 Petaflops (Rpeak) sowie 9,4 Petaflops (Linpack) erreicht. Der Supercomputer besteht aus 96 DGX-2H und schafft es damit auf Platz 22.

Weiter unten in der Liste finden sich der PupMaya der US-Regierung, der TX-Gaia (Green AI Accelerator) des Lincoln Laboratory Supercomputing Center und der Orion der Mississippi State University. Amazons EC2-C5-Instanz für AWS steht auf Platz 136, hier können Kunden sich 18-kernige Xeon Platinum 8124M mieten. China hat derweil allerhand Neuzugänge von Inspur, Lenovo und Sugon in die Top 500 gebracht, die größtenteils mit den preislich attraktiven Xeon-Gold-Prozessoren bestückt sind. Die Betreiber sind meist ungenannte Internet/Telecommunication Companies oder Service Provider und nur selten Institute wie die Wuhan University.

Europa ist bei Supercomputern relativ weit abgeschlagen, in den vergangenen Monaten wurden allerdings unter anderem in Frankreich einige Systeme in Betrieb genommen: Der Pangea 3 des Mineralölkonzerns Total rangiert mit 25 Petaflops und 17,8 Petaflops immerhin auf Platz 11 der Liste; in ihm stecken 18-kernige Power9-Chips von IBM. Der einzige neue deutsche Rechner ist der CLAIX-2018 der Universität Aachen.

Derzeit wird die Liste noch von Intel dominiert, danach folgt IBM - es gibt mittlerweile sogar mehr Sparc- als AMD-Systeme in den Top 500. Mit den 64-kernigen Epyc wird sich das aber ändern: Der Frontier des Oak Ridge National Laboratory (ORNL) wird mit 1,5 Exaflops der schnellste Supercomputer der Welt und auch der Hawk des Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart und der Perlmutter des Lawrence Berkeley National Laboratory werden auf diese AMD-Prozessoren setzen.

 (ms)


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