Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mehr-performance-windows-10-v1903-hat-besseren-ryzen-scheduler-1906-141889.html    Veröffentlicht: 13.06.2019 16:15    Kurz-URL: https://glm.io/141889

Mehr Performance

Windows 10 v1903 hat besseren Ryzen-Scheduler

Das Mai-2019-Update von Windows 10 enthält zwei Verbesserungen für Ryzen-Chips: Der Thread-Scheduler wurde an die generelle Zen-CCX-Topologie angepasst, die neuen Ryzen 3000 alias Matisse erhalten zudem ein Äquivalent zu Intels Speed Shift, um schneller hoch zu takten.

AMD und Microsoft haben im Nachgang zwei wichtige Details für Windows 10 v1903 benannt, von denen Nutzer von Ryzen- und Threadripper-CPUs profitieren: Das Mai-Update für das Betriebssystem hat Optimierungen erhalten, wodurch Software wie Anwendungen und Spiele von Windows 10 besser auf die Kerne verteilt werden und diese, zumindest bei kommenden Prozessoren, auch flotter zwischen Taktstufen wechseln.

Für alle Ryzen und Threadripper egal welcher Generation verfügbar ist der verbesserte Scheduler, dazu kurz ein bisschen Hintergrund: AMD verwendet ein CCX-Design, wobei immer vier Kerne einen solchen Core Cluster bilden. Bei einem Ryzen mit sechs oder acht Kernen sind zwei CCX aktiv, die latenzbehaftet miteinander kommunizieren müssen. Der überarbeitete Scheduler packt daher erst so viele Threads wie möglich einen CCX und dann erst in den nächsten.

Werden gar zwei Chiplets mit zusammen vier CCX verwendet wie bei den neuen Ryzen 9 3950X/3900X mit 16C und 12C, ist das besonders wichtig. AMD hat einen Leistungszuwachs von 15 Prozent in Rocket League mit einem achtkernigen Ryzen 7 3800X basierend auf einem CPU-Chiplet gemessen. Mit zwei Dies dürfte der Unterschied noch ein bisschen größer sein, vor allem in Spielen, die teilweise mehr als acht (leichte) Threads verwenden.

Exklusiv für die neuen Ryzen 3000 alias Matisse ist die CPPC2-Funktion (Collaborative Power Performance Control 2): So nennt AMD das, was bei Intel als Speed Shift bezeichnet wird. Sofern der Prozessor und die Mainboard-Firmware es unterstützen, übernimmt die CPU selbst die Kontrolle über ihre P-States, statt das Betriebssystem dies steuern zu lassen. Durch kann ein Matisse sehr viel schneller in 25-MHz-Schritten hochtakten, was für Workloads interessant ist, bei denen die Frequenz nur ganz kurz, aber sehr schnell anliegen muss.

Statt in 30 ms springt der Takt laut AMD schon in unter 2 ms an. Der Hersteller hat die Auswirkungen mit den App-Start-Up- und Web-Browser-Subtests des PCMark10 getestet, der Leistungszuwachs betrug immerhin 6 Prozent. Intel nutzt für Speed Shift gerne WebXPRT, eine Sammlung von sechs HTML5- und Javascript-basierten Workloads, welche auf schnelle Taktänderungen besonders gut reagieren.

Wir haben bisher keine dedizierten Messungen zum überarbeiteten Schedulder erstellt, aber begonnen, alle relevanten Ryzen-CPUs mit Windows 10 v1903 in Vorbereitung für den Matisse-Launch zu testen. Die Differenz zu Intel-Modellen wie dem Core i7-9900K und dem Core i7-9700K verringert sich im Vergleich zu früheren Spiele-Benchmarks, wobei hier auch der Patch-Status und der Grafikkarten-Treiber eine Rolle spielen.

 (ms)


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