Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/laendlicher-raum-lte-nutzer-oft-auf-2g-und-3g-angewiesen-1906-141857.html    Veröffentlicht: 13.06.2019 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/141857

Ländlicher Raum

LTE-Nutzer oft auf 2G und 3G angewiesen

LTE ist laut Opensignal in ländlichen Kreisen Deutschlands bei mehr als einem Viertel der Nutzung immer noch nicht verfügbar. 2G und 3G müssen reichen - und das betrifft auch eine etwas größere Stadt.

Laut Messungen von Opensignal verbringen Deutschlands 4G-Nutzer ein Viertel ihrer Zeit mit 3G- und 2G-Verbindungen. Das gab das Unternehmen am 13. Juni 2019 bekannt. Nutzer eines 4G-fähigen Gerätes mit Datenplan hatten im ersten Quartal des Jahres 2019 in städtischen Kreisen in 82,2 Prozent der Zeit eine 4G-Verbindung. In ländlichen Kreisen fiel die Quote auf 73,5 Prozent.

Die Kreise mit der besten 4G-Verfügbarkeit waren die Stadtkreise von Halle (90,2 Prozent), Fürth (89,9 Prozent), Neumünster (89,1 Prozent), Eisenach (88,4 Prozent) und der Saale-Orla-Kreis (88,2 Prozent). Am unteren Ende der Liste fanden sich zunächst vier ländliche Kreise: Waldshut (48,3 Prozent), Tuttlingen (52,2 Prozent), Görlitz (52,8 Prozent) und Eifelkreis Bitburg-Prüm (53,3 Prozent), die geringste Verfügbarkeit wurde jedoch im städtischen Kreis von Frankfurt an der Oder mit 47,5 Prozent gemessen.

Das britische Unternehmen Opensignal wehrte sich im März 2018 gegen eine Aussage der Telekom, nach der die Opensignal-Mess-App kaum heruntergeladen werde und die Ergebnisse nicht zu verwenden seien. Opensignal-Chef Brendan Gill erklärte Golem.de: "Im kürzlich veröffentlichten LTE-Bericht basiert die Analyse von Opensignal für Deutschland auf 600 Millionen Messungen auf mehr als 60.000 einzelnen Geräten."

LTE nicht für jeden

Das Unternehmen sammle Daten aus der Suite von Opensignal-Apps und zudem über ein Netzwerk von Partnern, das ein breites Spektrum der Bevölkerung abbilde. Insgesamt würden täglich mehr als drei Milliarden individuelle Messungen von mehr als 50 Millionen Benutzern weltweit gezählt. 60.000 Geräte stünden mehr als 40 Millionen SIM-Karten gegenüber, die LTE nutzen. Doch auch dem zweiten Jahresbericht zur Breitbandmessung der Bundesnetzagentur lagen im Mobilfunk nur 245.143 valide Messungen zugrunde. Die aktuelle Studie basiert laut den Angaben auf 461.940 Geräten.

Während die großen Mobilfunkbetreiber mit dem 5G-Ausbau beginnen, sei bei den meisten Kunden nicht einmal LTE angekommen. "Obwohl schon vor rund 8 Jahren eingeführt, haben 60 bis 70 Prozent der deutschen Mobilfunkkunden immer noch keinen LTE-Anschluss. Genau daher rührt ein Großteil der Funkloch-Beschwerden", sagte Rickmann von Platen, Vorstand Partnerbeziehungen (CCO) bei Freenet im Januar 2019. "Diese vielen Kunden ohne LTE-Tarif sind auf veraltete UMTS-Netze angewiesen, die immer größere Lücken aufweisen, weil die Betreiber sie zurückbauen. So könnten die weißen Flecken sogar noch größer werden, bevor es besser wird", betonte der Vorstand.  (asa)


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