Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/messenger-matrix-1-0-erschienen-1906-141844.html    Veröffentlicht: 12.06.2019 11:55    Kurz-URL: https://glm.io/141844

Messenger

Matrix 1.0 erschienen

Nach fünf Jahren Entwicklungszeit erscheint die erste stabile Version des Messengers Matrix. Alle geplanten Änderungen sind jedoch noch nicht enthalten.

Das freie und föderierte Kommunikationssystem Matrix ist in der stabilen Version erschienen. Sowohl die Matrix API als auch die Referenzimplementierung des Matrix-Servers Synapse erreiche die 1.0, verkündet das Projekt in einem Blogeintrag.

"Nachdem wir vor fünf Jahren mit der Arbeit an Matrix begonnen haben, sind wir nun stolz, den Beta-Status zu verlassen", schreibt Matthew Hodgson, einer der Hauptentwickler von Matrix. Im Unterschied zu dem Matrix-Client Riot, welcher mit der im Februar veröffentlichten Version 1.0 ein komplettes Redesign erfuhr, geht es bei Matrix "um die Bereitstellung einer stabilen, eigenständigen und sicheren Version des Standards, auf welche andere ihre Software aufbauen können", schreibt Hodgson. Daher seien längst nicht alle geplanten Funktionen enthalten.

Auch auf Performance-Optimierungen habe man sich nicht konzentriert, entsprechend benötige Synapse weiterhin viel RAM. Doch es gibt auch Neuerungen: Wie bereits im Vorfeld angekündigt, werden mit Version 1.0 valide TLS-Zertifikate von den Matrix-Servern verlangt, wenn sie mit anderen Matrix-Servern kommunizieren möchten. Bei dem bekanntesten Server, Matrix.org, hätten sich durch die Umstellung bisher keine Probleme ergeben. Das Upgrade zwischen verschiedenen Raum-Versionen wurde spezifiziert und die Raum-Version 4 als Standard gesetzt. Neben den Neuerungen enthält die Version 1.0 auch jede Menge Bugfixes, die in einem Changelog eingesehen werden können.

Einige Funktionen fehlen noch

Einige Funktionen haben es jedoch nicht in die stabile Version geschafft, darunter editierbare Nachrichten. Zwar unterstützen Riot und Synapse die Funktion bereits, diese sei aber noch nicht komplett ausgereift und daher noch nicht standardmäßig aktiviert. Auch die geplante Vereinfachung der Authentifizierung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über einen Masterkey ist noch nicht bereit. Statt bisher für jedes einzelne Gerät den Fingerprint überprüfen zu müssen, soll in Zukunft der Fingerprint eines Masterkeys reichen. Das dürfte gerade im Unternehmenseinsatz das Leben der Mitarbeiter deutlich erleichtern.

Im April hatte Matrix mit mehreren Sicherheitsvorfällen zu kämpfen: Mit Matrix.org wurde im April einer der meistgenutzten Server des Messenger-Projekts gehackt. Kurz danach gelang einem Sicherheitsforscher die Anmeldung im Regierungschat Frankreichs. Im Frühjahr gaben die Matrix-Entwickler bekannt, dass Frankreich als Basis für seine selbstentwickelte Whatsapp-Alternative Matrix und den Client Riot einsetzen wolle. 5,5 Millionen Beamte und Staatsbedienstete könnten zukünftig das Chat-System nutzen. Auch die Community des Desktop-Environments KDE will in Zukunft über Matrix kommunizieren.  (mtr)


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