Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/xbox-elite-controller-series-2-und-ms-spielestreaming-ausprobiert-1906-141831.html    Veröffentlicht: 12.06.2019 09:26    Kurz-URL: https://glm.io/141831

Xbox

Elite Controller Series 2 und MS-Spielestreaming ausprobiert

Auf dem Smartphone läuft per Spielestreaming die Xbox-One-Version von Halo Wars 2, gesteuert wird mit dem neuen Elite-Controller: Sehr viel besser geht mobiles Gaming derzeit nicht - es könnte schon bald der Normalfall sein.

Manchmal sind die besonders aufregenden Sachen die, die ganz normal wirken - aber bis vor kurzem noch undenkbar schienen. Etwa Cola mit Vanillegeschmack oder Smartphones, auf denen anspruchsvolle Konsolen- und PC-Spiele mit allen Details laufen. Nachdem Golem.de den Dienst Stadia von Google im März 2019 ausprobieren konnte, hatten wir auf der E3 2019 nun die Möglichkeit, das Konkurrenzprodukt von Microsoft auszuprobieren.

Der Konzern hatte mehrere Smartphones mit Klemmen an unterschiedlichen Gamepads befestigt, so dass wir auf den Mobilgeräten unter anderem Gears of War 4 und Halo Wars 2 ausprobieren konnten. Wie erwartet, hat das einfach funktioniert - ohne Ruckler, und perfekt steuerbar. Auf der Spielemesse lief das Ganze nach Auskunft eines Mitarbeiters von Microsoft über das recht schnelle WLAN im Microsoft Theater in Downtown Los Angeles. Es soll aber ähnlich problemlos mit aktuellen LTE-Mobilfunkverbindungen laufen, was wir natürlich noch nicht ausprobieren konnten.

Bei Project Xcloud werden die Spiele von speziellen Blades in den Azure-Rechenzentren von Microsoft berechnet und gestreamt. Mit dem Konsolenstreaming hat Microsoft aber noch eine Variante in der Entwicklung, die ebenfalls interessant ist: Der Nutzer kann von seiner Xbox One (vermutlich geht es auch mit einem Windows-10-Rechner) jedes Spiel über die Azure-Server auf sein Smartphone oder Tablet streamen, etwa im Urlaub.

Ein paar nicht unwichtige Detailfragen sind dabei noch offen. Vermutlich - aber eben nicht sicher - muss der Nutzer beim Konsolenstreaming seine Heimkonsole aus der Ferne per Remotesteuerung aktivieren, um die dort installierten Games unterwegs nutzen zu können.

Zur benötigten Bandbreite wollte sich Microsoft auf Nachfrage nicht konkret äußern, aber vermutlich werde sie in etwa der entsprechen, die für Filmdienste wie Netflix erforderlich ist. Allerdings seien die Programmierer laufend mit Optimierungen beschäftigt. Konsolenstreaming soll auf Smartphones und Tablets mit Android und iOS später im Jahr kostenlos möglich sein, ebenso auf Rechnern mit Windows 10. Unterstützung für MacOS und Linux stehe derzeit nicht auf der Agenda, wurde aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Bei Project Xcloud ist für Herbst 2019 eine Versuchsphase geplant.

Ähnlich spektakulär-unspektakulär fanden wir den neuen Xbox Elite Wireless Controller Series 2 beim Ausprobieren. Das Gamepad liegt wunderbar in der Hand, fühlt sich dank des etwas weicheren Kunststoffüberzugs noch griffiger an als der Vorgänger, auch die Paddles und die Trigger sind eine Spur besser gestaltet und bieten optimierte Druckpunkte.

Die neue Version unterstützt Bluetooth - was sie unter anderem geeignet macht für das kommende Apple Arcade. Außerdem kann Series 2 per In-case Charging geladen werden, der Akku soll bis zu 40 Stunden durchhalten. Das Gamepad erscheint am 4. November 2019 für rund 180 Euro - ein stolzer Preis, für den aber zumindest leidenschaftliche Xbox-Fans nach unserem Eindruck durchaus einen angemessenen Gegenwert erhalten.

Davon abgesehen hat Microsoft in Gesprächen und Präsentationen gesagt, dass die Xbox Game Bar (ein Spielemenü unter Windows 10) weiter ausgebaut und optimiert wird, Details wurden aber noch nicht genannt. Außerdem ist dem Konzern offenbar der gerade angekündigte Abodienst Xbox Game Pass for PC so wichtig, dass dort vermutlich auch die ganz großen eigenen Spiele vom Erscheinungstag an verfügbar sein werden - konkrete Titel wurden allerdings nicht genannt. Und: Für Entwickler gibt es seit kurzem ein neues SDK, mit dem unter anderem die Anbindung an Azure vereinfacht worden sei.

Zur nächsten Xbox haben die Mitarbeiter von Microsoft auch auf wiederholte Nachfragen keine weiteren Informationen herausgerückt. Nur so viel: Scarlett sei ein Projektname, alles Weitere werde man erst später ankündigen, die Veröffentlichung des Geräts sei für Ende 2020 geplant.  (ps)


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