Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/marvel-s-avengers-superhelden-mit-stilproblem-1906-141828.html    Veröffentlicht: 12.06.2019 07:25    Kurz-URL: https://glm.io/141828

Marvel's Avengers

Superhelden mit Stilproblem

Gerade erst haben sich die Fans über das Aussehen von Sonic beschwert, nun gibt es Kritik am Look von Marvel's Avengers. In Sachen Gameplay haben die Superhelden bei einer Präsentation aber einen starken Eindruck hinterlassen.

Solange Iron Man im Actionspiel Marvel's Avengers seinen Helm aufhat, ist alles in Ordnung. Aber ist der Superheld ohne die Kopfbedeckung zu sehen, führt das bei vielen Fans offenbar zu Verwirrung: Wer ist der Typ, der in der Rüstung von Tony Stark steckt? Ähnlich ist es bei Captain America, vor allem aber bei Thor und Black Widow, die im Spiel von Square Enix ganz anders aussehen als in den Kinofilmen.

Golem.de hat auf der E3 2019 nachgefragt, woran das liege. Grund sind offenbar nicht Lizenzprobleme, sondern schlicht, dass das Entwicklerstudio Crystal Dynamics keine Filmumsetzung macht, sondern eine eigene Linie mit den Avengers produziert. Übrigens orientierte sich die Grafik bei den Spielefiguren stark an den Comics, also am eigentlichen Original. Trotzdem gibt es in Foren und im sozialen Netz viel Kritik - was an jüngste Diskussionen über Sonic erinnert. Bei dem Filmigel lenkte Paramount inzwischen ein und entwirft eine neue Version.

Das auf der Spielemesse präsentierte Gameplay machte aber einen sehr guten Eindruck. Dabei handelt es sich um die spielbaren Szenen zwischen dem Anfang und dem Ende des Ankündigungstrailers. Wer sich das Video nur schnell ansieht, dem fällt kaum auf, dass viel fehlt - tatsächlich gibt es rund 20 Minuten brachiale Action.

Das Ganze ist im Grunde ein Tutorial, in dem der Spieler später alle fünf Helden ausprobieren kann. Wir vermuten, dass er danach seinen Protagonisten für die Kampagne auswählt - jedenfalls machten die Entwickler eine entsprechende Andeutung.

Zuerst ist Thor an der Reihe, bei dem natürlich der Hammer eine entscheidende Rolle spielt. Man kann damit den Boden beben lassen und auf einen Schlag eine große Anzahl an Gegnern um sich herum ausschalten oder einen einzelnen Feind etwa an einer Wand fixieren, um zuerst dessen Kumpels zu erledigen.

Danach durfte Iron Man zeigen, was er draufhat. Der Superheld flog in einer schicken Sequenz über die Golden Gate Bridge und schaltete dabei mit Energiestrahlen die Opponenten unter sich aus. Anschließend stürzte sich Hulk ins Getümmel, schubste mit einem kräftigen Hieb ganze Panzer zur Seite, ergriff Gegner und schleuderte diese weg. Der grüne Muskelprotz scheint primär als Nahkämpfer unterwegs zu sein.

Es folgte ein Wechsel zu Captain America, der wie in den Filmen seinen Schild als Diskus werfen und damit mehrere Gegner nacheinander ausschalten konnte. Zum Schluss war Black Widows an der Reihe, die mit Pistolen und allerlei technischen Gadgets kämpfte - und dabei herausfand, dass der Erzfeind Taskmaster hinter dem Angriff auf die Avengers, die Golden Gate Bridge und im Grunde ganz San Francisco steckt.

Die Szenen waren aufwendig inszeniert, Hulk etwa konnte ganze Stahlbetonteile aus der Brücke reißen, Black Widow lieferte sich minutenlang eine Schlägerei mit dem durch die Luft sausenden Taskmaster, ständig gab es Explosionen und neue Überraschungen. Die Szenen sind offenbar stark geskriptet und ziemlich linear. Wie das später im Spiel sein werde, erklärte Crystal Dynamics noch nicht. Unter der Hand ist aber zu hören, dass der Spieler in der offenen Welt der Kampagne viele eigene Entscheidungen treffen könne.

Avengers soll neben der Kampagne einen Koopmodus bieten. Das Programm soll über mehrere Jahre hinweg aktualisiert und erweitert werden, unter anderem soll es zusätzliche Superhelden und Regionen geben - kostenfrei. Das Spiel erscheint nach aktueller Planung am 15. Mai 2020 für Playstation 4, Xbox One, Stadia und Windows-PC.

 (ps)


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