Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bundesverband-e-commerce-verband-verteidigt-warenvernichtung-bei-amazon-1906-141822.html    Veröffentlicht: 11.06.2019 16:15    Kurz-URL: https://glm.io/141822

Bundesverband E-Commerce

Verband verteidigt Warenvernichtung bei Amazon

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel verteidigt die massenhafte Vernichtung von zurückgeschickten Waren bei Amazon. Ein Verbot dieser Praxis sei Unfug, erklärt der Verband.

Das von den Grünen ins Gespräch gebrachte Verbot, Retouren aus dem Onlinehandel zu vernichten, verkenne die operative Praxis und die rechtliche und vertragliche Lage der Händler, erklärte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH). Zudem laste ein Verbot einseitig dem Onlinehandel einen Vorgang an, der im gesamten Einzelhandel üblich, dort aber weniger sichtbar sei.

Gero Furchheim, Präsident des Bundesverbands, erklärte am 11. Juni 2019: "Die Idee, die Zerstörung von Retourenwaren gesetzlich zu verbieten, ist Unfug. Kein Unternehmen meiner Branche hat ein Interesse, wirtschaftlich sinnvoll verwertbare Ware wegzuwerfen oder zu vernichten."

Die Grünen wollen Onlineversandhändlern wie Amazon verbieten, neuwertige retournierte Waren zu vernichten. "Wir erleben eine Perversion der Wegwerfgesellschaft", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Berliner Morgenpost, zurückgeschickte Produkte, die nicht mehr in den Verkauf gelangen könnten, sollten über Sozialkaufhäuser verschenkt werden. Die Rohstoffe müssten zurück in den Wertstoffkreislauf.

Laut einem früheren Bericht vernichtet Amazon massenhaft zurückgeschickte und neuwertige Produkte, dazu liegen auch interne Produktlisten und Fotos vor. Unter den Waren sind Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen, Handys, Tablets, Matratzen und Möbel. Mehrere Mitarbeiter sagten laut dem Bericht, Amazon entsorge nicht nur unbrauchbare Produkte, sondern auch funktionstüchtige, teilweise sogar neue Produkte.

Laut BEVH sind Marktplatzanbieter oft an die Verfügung der kleinen Händler gebunden. Verträge mit Markenherstellern verböten den Händlern nicht selten eine Verwertung.

 (asa)


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