Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/opera-vivaldi-co-alternativ-browser-reagieren-auf-googles-einschraenkungen-1906-141811.html    Veröffentlicht: 11.06.2019 12:20    Kurz-URL: https://glm.io/141811

Opera, Vivaldi & Co.

Alternativ-Browser reagieren auf Googles Einschränkungen

Google schränkt in Chrome eine von Werbeblockern verwendete Schnittstelle ein. Auch Vivaldi, Opera, Brave und Edge nutzen Chrome als Basis und sind damit von der Entscheidung betroffen. Manche Browserhersteller kündigen eine Weiterpflege der Schnittstelle an.

Von der Deaktivierung einer Schnittstelle in Chrome, die von vielen Werbe- und Trackingblockern verwendet wird, sind auch viele andere Browserprojekte betroffen. Opera, Vivaldi, Brave und Edge setzen auf Chrome beziehungsweise dessen freie Variante Chromium als Unterbau und sind somit auch von Googles Designentscheidungen direkt betroffen - und müssen auf diese reagieren. Viele von ihnen wollen die Blockierfunktion der betroffenen webRequest API erhalten.

Das Browserprojekt Brave wurde vom ehemaligen Mozilla-Entwickler Brendan Eich gegründet und filtert Werbung und Tracking-Scripte auf Webseiten standardmäßig aus. "Wir werden weiterhin die webRequest API für alle Erweiterungen in Brave unterstützen", sagte Eich dem Onlinemagazin ZDnet. Auch Ublock Origin und Umatrix würden weiterhin im Brave-Browser funktionieren.

Erst kürzlich hatte Google seine Absicht bekräftigt, die Blockierfunktion der webRequest API abschaffen zu wollen und stattdessen die Alternative declarativeNetRequest API einzuführen. Nach Googles aktuellen Plänen lassen sich mit dieser jedoch nur 30.000 bis 40.000 Elemente filtern. Allein die weit verbreitete Easylist beinhaltet jedoch schon über 90.000 Elemente. Betroffen sind Werbeblocker wie Adblock Plus, Ublock Origin, Umatrix, Privacy Badger oder Ghostery.

Opera, Edge und Vivaldi

Auch der Browser Opera basiert auf der Chrome-Engine. Die Entwickler denken laut einem Sprecher von Opera darüber nach, die betroffene Schnittstelle weiter zu pflegen. Bei Opera wird die Entscheidung von Google als nicht unbedingt relevant eingeschätzt, da der Browser ja bereits einen integrierten Adblocker biete.

Wie Microsoft mit seinem zukünftig auf Chrome basierenden Browser Edge auf die Pläne von Google reagiert, ist bisher nicht bekannt.

Von den anderen Browsern unterscheidet sich der Browser Vivaldi vor allem durch die vielen Komfortfunktionen. Der Nutzer soll den Browser möglichst gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen können. Im Unterschied zu Brave bietet Vivaldi keinen integrierten Adblocker. "Das Blockieren von Anzeigen ist eine komplexe Angelegenheit. Das Internet baut auf kostenlosen Inhalten auf, von denen Sie einen Teil verlieren, wenn Sie die Anzeigen entfernen", schreibt Petter Nilsen von Vivaldi. Letztlich solle der Nutzer die Entscheidung treffen, wie er mit der Werbung im Internet umgehen möchte.

Wenn Google die Schnittstelle im Code ändere, gebe es viele Möglichkeiten, damit umgzugehen, meint Nilsen. "Das Wiederherstellen der API könnte eine davon sein." Vivaldi habe auch zuvor schon Funktionen wiederhergestellt. Allerdings müsse man sich dann auch überlegen, einen eingeschränkten Extension-Store zu erstellen.  (mtr)


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