Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/japan-ampeln-werden-zu-5g-basisstationen-1906-141790.html    Veröffentlicht: 10.06.2019 12:30    Kurz-URL: https://glm.io/141790

Japan

Ampeln werden zu 5G-Basisstationen

Japan will 5G-Netze möglichst schnell vorantreiben. Um die Fläche schneller zu versorgen, dürfen die Netzbetreiber bis zu 200.000 Ampelanlagen des Landes verwenden.

Die Nutzung von Ampelanlagen als Basis für 5G-Funkstationen soll die Verbreitung des neuen Mobilfunkstandards in Japan beschleunigen, schreibt Nikkei. Japan will die Verbreitung von 5G forcieren, weshalb das Land die Frequenzen unter Bedingungen kostenlos an die Netzbetreiber abgegeben hat. Mit den Ampelanlagen will Japan vor allem die Problematik der Standorte reduzieren, denn davon braucht das Land sehr viel mehr als noch bei alten Mobilfunktechniken.

Das dichte Ampelnetz bietet dabei zum einen die Möglichkeit, die Funkstationen möglichst hoch anzubringen, und stellt zugleich auch die Stromversorgung sicher. Insgesamt 200.000 potenzielle Anlagenstandorte stehen zur Verfügung. Die Lokalregierungen dürfen die Netze zudem für Notfallsysteme nutzen. Das Land wird häufig von Naturkatastrophen wie Erdbeben getroffen und ist diesbezüglich abhängig von funktionierenden Notfallsystemen. Interessanterweise werden die Ampelnetzwerke auch ohne Verbindung zum Hauptnetz funktionieren. Der Plan ist der Aufbau eines Trusted Mesh Networks. Sollte es im Katastrophenfall zu größeren Ausfällen kommen, können entsprechende 5G-Geräte innerhalb des Ampelnetzwerkes weiterhin funktionieren. Die lokalen Verwaltungen dürften daran ein sehr großes Interesse haben. Vorteilhaft soll außerdem sein, dass Japan ein dichteres Ampelnetz hat als viele andere Länder.

Die ersten Tests sollen noch im Fiskaljahr 2020 durchgeführt werden, wie Nikkei schreibt. Das Fiskaljahr reicht bis in den März 2021, es können also noch etliche Monate vergehen. Bis Ende des Fiskaljahres 2023 soll das 5G-Netz vervollständigt sein. In den nächsten fünf Jahren wollen die vier Netzbetreiber umgerechnet rund 15 Milliarden US-Dollar in die Netze investieren.

Details zu den Kosten für die Installation an Ampelanlagen müssen aber noch verhandelt werden. Klar ist, dass der Staat sich an den Kosten beteiligen wird.

 (ase)


Verwandte Artikel:
Netzausbau: Scheuer will 100.000 Standorte für 5G bereitstellen   
(07.06.2019, https://glm.io/141765 )
Tarife: Für Schweizer ist Roaming in Europa immer noch teuer   
(05.06.2019, https://glm.io/141707 )
Limit: Vodafone-Chef stellt 5G-Auktion nach Änderung in Frage   
(05.06.2019, https://glm.io/141720 )
5G-Auktion: Bundesnetzagentur erhöht Mindestgebot deutlich   
(05.06.2019, https://glm.io/141715 )
EE: Erstes 5G-Netz startet mit Technik von Huawei   
(31.05.2019, https://glm.io/141626 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/