Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/onlineshopping-amazon-darf-konkurrenzprodukte-anzeigen-1906-141770.html    Veröffentlicht: 07.06.2019 15:10    Kurz-URL: https://glm.io/141770

Onlineshopping

Amazon darf Konkurrenzprodukte anzeigen

Der Fahrradtaschenhersteller Ortlieb wollte, dass bei Amazon-Suchen nach seinen Produkten nur diese angezeigt werden und keine Konkurrenzangebote. Amazon hat sich vor dem Oberlandesgericht München durchgesetzt und darf weiterhin Alternativen anzeigen.

Amazon hat einen langjährigen Rechtsstreit um die Suchfunktion auf seiner deutschen Webseite gewonnen. Wenn Internetnutzer nach dem Produkt eines bestimmten Herstellers suchen, darf Amazon auch die Konkurrenzprodukte anderer Anbieter anzeigen.

Das Oberlandesgericht München hat eine Klage des Fahrradtaschenherstellers Ortlieb abgewiesen, wie das Gericht am 7. Juni 2019 mitteilte. Das mittelfränkische Unternehmen wollte durchsetzen, dass bei Amazon-Suchen ausschließlich Ortlieb-Produkte angezeigt werden, wenn nach Ortlieb gesucht wird - nicht aber vergleichbare Erzeugnisse anderer Hersteller.

Der Prozess war nur eines von mehreren ähnlich gelagerten Verfahren. "Wir waren immer davon überzeugt, dass unsere Suchergebnisse kundenfreundlich sind und im Einklang mit europäischem und deutschem Recht stehen", erklärte ein Amazon-Sprecher. "Wir begrüßen die Entscheidung des Oberlandesgerichts München, die auf das positive Urteil des Bundesgerichtshofs und mehrerer Oberlandesgerichte folgt, die ebenfalls zu unseren Gunsten entschieden haben."

2015 ging Ortlieb als Sieger aus dem Verfahren

In der ersten Instanz 2015 vor dem Landgericht München hatte Ortlieb noch gewonnen. Anschließend war der Fall zum Bundesgerichtshof gegangen, der das Verfahren nach München zurückverwies. Von Ortlieb gab es zunächst keine Reaktion. Das mittelständische Unternehmen aus Heilsbronn in der Nähe von Ansbach warf Amazon die Verletzung von Marken- und Wettbewerbsrecht vor.

Die Urteilsbegründung liegt noch nicht vor, das OLG veröffentlichte lediglich den Tenor der Entscheidung. Eine Niederlage Amazons hätte potenziell erhebliche Auswirkungen auf den deutschen Onlinehandel haben können. Ein von anderen Onlinehändlern ungern gesehenes Phänomen ist, dass auch Verbraucher, die gar nichts bei Amazon kaufen wollen, auf den Webseiten des US-Konzerns nach Produkten suchen und sich informieren.

 (tk)


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