Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/balderschwang-telekom-schliesst-vectoring-in-hoechstgelegener-gemeinde-ab-1906-141769.html    Veröffentlicht: 07.06.2019 14:45    Kurz-URL: https://glm.io/141769

Balderschwang

Telekom schließt Vectoring in höchstgelegener Gemeinde ab

Die Telekom feiert den Abschluss des Glasfaser-Ausbaus in den Allgäuer Alpen. Was nirgends direkt gesagt wird: Es handelt sich um einfaches Vectoring.

Die Deutsche Telekom hat den bayrischen Touristenort Balderschwang, die Gemeinde mit dem höchstgelegenen Ortskern in Deutschland, mit Vectoring ausgestattet. Das gab das Unternehmen am 7. Juni 2019 bekannt. "Telekom schließt Balderschwang ans Glasfaser-Netz an", erklärte das Unternehmen. Doch ausgebaut wird im Ort mit Vectoring (Fiber To The Curb - FTTC): "Es wird FTTC aufgebaut. Wir setzen in Balderschwang noch drei MFGs (Multifunktionsgehäuse)", sagte Telekom-Sprecher Markus Jodl Golem.de im August 2018 auf Anfrage. Mit einfachem Vectoring sind Datenübertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich.

Der Mobilfunkstandort auf dem Gelbhansekopf wurde mit Glasfaser angebunden und mit LTE ausgestattet. Durch den Ausbau sei Balderschwang auch für weitere Ausbauschritte vorbereitet, erklärte die Telekom. In der Betriebsstelle in Balderschwang steht ein Optical Line Terminal, um einmal Glasfaser bis ins Haus anzubieten. Das Neubaugebiet wurde deshalb bereits mit einem Glasfaser-Netzverteiler ausgestattet. Der Mobilfunkstandort wird in der zweiten Jahreshälfte auf Single RAN umgestellt.

Kabelpflug Zug um Zug

Die 24 Kilometer Kabel, die bei diesem Ausbauprojekt verlegt wurden, führen mitten durch die Allgäuer Alpen. Erste Gespräche fanden Anfang 2018 statt. Neben den Gemeinden mussten auch die Eigentümer entlang der Trasse eingebunden werden. Zuständige Ämter wie die für Wasserwirtschaft, Naturschutz und Forstwirtschaft mussten dem Vorhaben zustimmen. Im Mai 2018 wurden der Trassenverlauf festgelegt und Baugenehmigungen eingeholt. Baubeginn war im Juli. Finanziert wurde mit Eigenausbau und staatlicher Förderung.

Der Truppe für den Tiefbau bestand aus vier Arbeitern, drei Baggern, einem Muldenkipper und einem Vierachs-LKW. Einer der Bagger wurde als Kabelpflug genutzt. Im Schritttempo bewegte sich der Tross durch die Landschaft. Zum Teil standen die Maschinen in einem Gefälle von 40 Prozent, es ging 600 Höhenmeter bergauf und 500 Höhenmeter bergab. In der Nähe der Hütte Obere Wilhelmine Alpe erreichte der Ausbautrupp den höchsten Punkt bei über 1.500 Metern. Über weite Strecken konnte das Leerrohr für das Glasfaser-Kabel eingepflügt werden.

Ab November fanden in Balderschwang letzte Tiefbauarbeiten statt. Außerdem wurden die Verteilerkästen gestellt. Anfang 2019 war das Ausbauprojekt abgeschlossen. Danach wurden die Voraussetzungen geschaffen, um die Anschlüsse in den IT-Systemen buchbar zu machen.

 (asa)


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