Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/youtube-beleidigende-videos-und-meinungsmache-werden-eingeschraenkt-1906-141750.html    Veröffentlicht: 06.06.2019 17:44    Kurz-URL: https://glm.io/141750

Youtube

Beleidigende Videos und Meinungsmache werden eingeschränkt

Youtube bricht laut eigenen Aussagen mit seinem liberalen Ansatz und will stärker gegen diskriminierende Videos und Meinungsmache vorgehen. Auch Streite unter Youtubern selbst seien ein Problem. Erste Ergebnisse der Regel gibt es bereits.

Youtube will strengere Regeln bei Inhalten durchsetzen, die für einige Minderheiten diskriminierend sein könnten oder Geschehnisse wie den Holocaust leugnen. Das berichtet die Videoplattform in einem Blog-Post. "Als Youtube vor 14 Jahren startete, haben wir uns darauf konzentriert, eine Plattform für jeden zu erstellen, der seine Meinung mit der Welt teilen will", schreibt das Unternehmen. Das habe viel Gutes, aber auch Herausforderungen und Probleme mit sich gebracht, heißt es. Deshalb schränkt Youtube diese Freizügigkeit ein.

Konkret soll es um Inhalte gehen, die diskriminieren. Das Unternehmen will gegen rassistisches, faschistisches, aber auch sexistisches Gedankengut stärker vorgehen. Ein Schwerpunkt liegt darauf, Beleidigungen und Belästigungen der Inhalte-Ersteller untereinander einzuschränken. Das sei ein Problem, mit dem die Plattform permanent zu kämpfen habe.

Neue Regeln schon in Kraft

Youtube schaut dabei auf Videoinhalte und sucht nach Inhalten wie Hate Speech und Belästigungen. Clips werden nur gesperrt, wenn dessen primärer Zweck in diese Kategorien eingeordnet werden kann. Sollten rassistische Äußerungen oder Witze für sich allein genommen stehen, muss dies keine Sperrung des Videos bedeuten. Trotzdem haben sich wohl einige Inhalte-Ersteller bereits über die verschärften Regeln beschwert, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.



"Die Möglichkeit, sich den Lebensunterhalt online, speziell auf Youtube, zu verdienen, wird sich drastisch ändern", sagt der konservativ ausgerichtete Komiker Steven Crowder. Einige seiner Videos seien bereits wegen der neuen Regel demonetarisiert worden, heißt es. Ein Sprecher der American Civil Rights Union sagt: "Youtube ist als privates Unternehmen im Recht. Allerdings wird Youtube Fehler machen oder zu schnell zensieren".  (on)


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