Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mobile-games-auslese-magischer-dieb-trifft-mogelnden-doktor-1906-141664.html    Veröffentlicht: 12.06.2019 09:11    Kurz-URL: https://glm.io/141664

Mobile-Games-Auslese

Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor

Ein Dieb mit Dolch in Daggerhood, dazu ein (historisch verbürgter) Arzt in Astrologaster sowie wunderschön aufbereitetes Free-to-Play-Mittelalter in Marginalia Hero: Golem.de stellt die spannendsten neuen Mobile Games vor.

Es gibt mehr als eine Mobile-Games-Welt. Zum einen sind da jene Spiele, die speziell für die kleinen Spielgeräte mit ihren bescheiden großen Screens und ihrer Touch-Steuerung optimiert sind. Und dann jene, die sich am besten auf den verhältnismäßig großen Bildschirmen der Tablets richtig ausbreiten können.

Letztere sind dann oft sogar Portierungen von Spielen, die wir schon von Windows-PC und Konsole kennen. Von Klassikern wie Baldur's Gate über Strategieschwergewichte wie Civilization bis hin zu Aufbauspielen wie Tropico haben bereits einige große Namen ihren Auftritt auf iPad und Android-Tablets gehabt.

Aktuell sorgt die Portierung eines Strategie-Kultspiels für glänzende Augen bei Tabletbesitzern, die von der Couch aus die Antike beherrschen wollen. Total War Rome hat es 15 Jahre nach der Erstveröffentlichung auch auf die mobilen Marktplätze geschafft.

Die vorbildlich an Touch-Bedienung angepasste Steuerung zeigt, dass das bewährte Gameplay zeitlos ist - nur auf den winzigen Bildschirmen von Smartphones hat man keine rechte Freude damit. Wer stolze vier Gigabyte auf seinem Tablet frei hat, kann es sich mit den Legionen Roms auf der Couch gemütlich machen. Die folgenden Mobile Games hingegen lassen sich problemlos auch im Bus am Handy spielen!

Android ab 7.0 und iOS 11.0, rund 11 Euro

Daggerhood: Diebeszug in Highspeed

Pixelige Actionspiele gibt es seit dem Siegeszug dieser typischen Indie-Ästhetik jede Menge, solche mit besonderen Ideen sind aber nach wie vor für spannende Momente gut. In Daggerhood läuft und springt man als magiebegabter Dieb genretypisch zwischen Fallen und Monstern von Plattform zu Plattform. Vor allem aber kann man seinen magischen Dolch werfen - und sich flugs an dessen Position teleportieren.

In 100 Levels mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad sind aber nicht nur Timing und akrobatische Sprungmanöver angesagt, sondern auch Geschwindigkeit und Eleganz, denn für die maximale Punktezahl gilt es teils gut versteckte Schätze zu finden. Daggerhood ist ein geradliniges, herausforderndes und sympathisches Spiel, in dem man gerne wieder und wieder den perfekten Lauf durch ein Level versucht.

Für iOS ab 10.3; rund 5 Euro

Astrologaster und Sinkr 2

Astrologaster: Geschichte mit Dr. Quacksalber

Spiele, in denen der Humor die Hauptrolle hat, sind selten genug. Umso schöner, wenn es derart schräger Humor ist wie in Astrologaster - und am schönsten (und rarsten) ist es, wenn sich die Macher dabei auf tatsächliche Geschichte stützen können.

Im England des 16. Jahrhunderts ist man als (historisch verbürgter) Astrologe Simon Forman angeklagt, ohne Medizinstudium als Arzt zu ordinieren. Um seine Kenntnisse zu beweisen, braucht der Sterndeuter die Empfehlungsschreiben seiner Patienten, die er durch Konsultation der Himmelsobjekte geheilt haben will.

Hier kommen wir ins Spiel: Durch Befragung der insgesamt 14 Patienten - historische Persönlichkeiten und Patienten des realen Forman - und Interpretation der jeweiligen Sternbilder lassen sich Diagnosen und Behandlungen herausfinden - durch das Lösen von Puzzles und logisches Kombinieren.

Der wunderschöne Aufklappstil der Grafik, die gelungene Musik, eine bizarre Geschichte und viel Humor machen Astrologaster zum äußerst witzigen Unikat.

Für iOS ab 10.3; rund 5 Euro

Sinkr 2: Paradebeispiel an Minimalismus

Minimalistische Puzzles, die bei simplen Regeln überraschend knifflige Aufgaben stellen: Genau so sollen Puzzle-Spiele am Smartphone aussehen. Sinkr 2 ist dafür ein Paradebeispiel, denn eigentlich muss man nur verschiedene Formen in ihre zugeordneten Löcher bringen. Zur Verfügung stehen dafür diverse Häkchen, Knöpfe und andere mechanische Elemente, die allerdings schon bald für knifflige Kopfnüsse sorgen.

Minimalistische Ästhetik, passend entspannender Sound, verschiedene Lösungsmöglichkeiten und die sehr willkommene Option, Levels zu überspringen, an denen man sich die Zähne ausbeißt, machen Sinkr 2 - wie auch den Vorgänger - zum beinahe perfekten kleinen Denksportspiel. Entspannend und herausfordernd zugleich!

Erhältlich für iOS ab 8.0 und Android ab 4.1.; rund 2 Euro.

Jumpgrid und Marginalia Hero

Jumpgrid: Mobile Meditation

Herausfordernd ist auch Jumpgrid, entspannend eher nicht - im Gegenteil. Wer den Klassiker Super Hexagon kennt, hat eine Ahnung vom hochkonzentrierten Flow, der nötig ist, um die Herausforderungen von Jumpgrid zu meistern.

Mit blitzartigen Reflexen und fokussierter Aufmerksamkeit gilt es, rasant rotierenden geometrischen Formen auszuweichen, und zwar per Instant-Teleport auf einem 3 x 3 Felder großen Rastergitter.

Der Tod kommt bei der geringsten Unachtsamkeit und rasend schnell. Fast noch schneller kommt allerdings eine weitere Chance, es noch einmal zu versuchen, bis man entweder erschöpft das Handtuch wirft oder aber in einem unnachahmlichen Zustand perfekter Geistesgegenwart das Videospieläquivalent zur Erleuchtung findet. Eine erschöpfende, aber auch beglückende Hardcore-Meditationsaufgabe.

Für iOS ab 11.0; rund 3 Euro

Kostenlos: Marginalia Hero

Nach so viel Anstrengung noch leichtere Kost mit Charme: Als "weird medieval one-tap RPG" bezeichnet sich Marginalia Hero und trifft den Nagel damit auf den Kopf. Das Spielprinzip ist megasimpel: In einem einfachen Reaktionsspiel tritt man in einer Reihe von Duellen gegen Monster von Schnecken bis hin zu mythischen Bestien an. Eine umfangreiche Ausstattung mit Gegenständen, Waffen und Boostern macht die Kämpfe einfacher.

Was das simple Spielchen mit den bekannten Free-to-Play-Mechanismen sympathisch macht, ist die Präsentation: Die Grafik ist aus sogenannten Marginalien übernommen, kleinen Zeichnungen am Rand illuminierter mittelalterlicher Handschriften. Wer die Werbung deaktivieren will, legt knapp zwei Euro an, für unendliche Continues sind happige sieben Euro fällig. Für ein paar kurzweilige Stündchen Zeitvertreib ist die minimalistische Monsterklopperei aber in jedem Fall gut.

Für iOS ab 8.0 und Android ab 2.3; kostenlos

 (rs)


Verwandte Artikel:
Alien Blackout im Test: Schrecklich schnarchiges Säuremonster   
(28.01.2019, https://glm.io/139016 )
Mobile-Games-Auslese: Rollenspiel-Frühling mit leichten Schusswechseln   
(08.04.2019, https://glm.io/140414 )
Hyper Casual Games: 30 Sekunden spielen, 30 Sekunden Werbung   
(03.06.2019, https://glm.io/141165 )
Mobile-Games-Auslese: Games-Kunstwerke für die Hosentasche   
(13.05.2019, https://glm.io/140974 )
Rage 2 im Test: Krasse Action in karger Welt   
(16.05.2019, https://glm.io/141297 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/