Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/start-von-disney-netflix-wird-nicht-dauerhaft-alle-disney-inhalte-verlieren-1906-141641.html    Veröffentlicht: 03.06.2019 10:56    Kurz-URL: https://glm.io/141641

Start von Disney+

Netflix wird nicht dauerhaft alle Disney-Inhalte verlieren

Netflix verliert doch nicht dauerhaft alle Disney-Inhalte. Mit dem Start eines eigenen Streamingdienstes will Disney die eigenen Inhalte aus Netflix zwar abziehen, aber Disney-Blockbuster kommen später wieder zurück.

Langfristige Verträge können ein Graus sein. Das merkt gerade Disney, aber auch Netflix hatte mit solchen Problemen zu kämpfen. Nach einem Bericht von Bloomberg wird es langfristig Disney-Inhalte bei Netflix geben, obwohl das US-Filmstudio vor zwei Jahren verkündet hatte, dem Streaming-Pionier die eigenen Inhalte nicht länger anbieten zu wollen. Bloomberg erfuhr von Personen, die mit den Plänen vertraut sind, dass alle von Januar 2016 bis Dezember 2018 veröffentlichten Disney-Filme ab 2026 auch bei Netflix erscheinen sollen. Das sehe ein entsprechender Vertrag vor.

Demnach werden auch Disney-Blockbuster wie Black Panther später einmal bei Netflix ins Sortiment kommen. Netflix-Kunden müssen nur Geduld haben, bis sie diese Inhalte anschauen können.

Als Netflix in Deutschland startete, erging es dem Anbieter ähnlich. Netflix hatte seine TV-Serie House of Cards für den deutschen Markt exklusiv an den Pay-TV-Sender lizenziert und so wurden neue Episoden von House of Cards bei Sky ausgestrahlt, bevor sie ins Netflix-Sortiment kamen.

Die Verträge zwischen Netflix  und Disney sehen vor, dass die betreffenden Disney-Spielfilme nicht gleichzeitig in beiden Streamingsdiensten gezeigt werden dürfen.  Wenn etwa Black Panther bei Netflix im Katalog ist, muss er in dieser Zeit aus Disneys eigenem Streamingdienst verschwinden.

In den USA will Disney mit Disney+ im November 2019 einen eigenen Streamingdienst, der bis Ende März 2020 auch in Deutschland angeboten werden soll. Kunden von Disney+ können dann auf Inhalte des US-Filmstudios zugreifen. Offen ist aber noch, wie umfangreich der Katalog sein wird, welche Filme und Serien aus dem Disneyfundus im Abo enthalten sein werden.

Aber auch andere von Netflix lizenzierte Inhalte werden so schnell nicht aus dem Angebot verschwinden, wie es in dem Bericht heißt. Das gilt etwa für Serien wie Grey's Anatomy, The Walking Dead, Riverdale und Supernatural. Diese werden so lange im Netflix-Katalog in den USA bleiben, bis keine neuen Folgen mehr produziert werden. Und dann sollen die Serien noch einmal für drei bis sechs Jahre im Netflix-Sortiment bleiben. Die Angaben beziehen sich jeweils auf die Verträge für Netflix USA, in Deutschland können andere Regeln gelten. Derzeit könnten es sich viele Filmstudios nicht erlauben, ihre Inhalte nicht an Netflix und andere Anbieter zu lizenzieren, schreibt Bloomberg.

Viele US-Filmstudios und große Fernsehsender haben ihre Inhalte anfangs bereitwillig an Netflix lizenziert, um den sinkenden DVD-Verkaufszahlen etwas entgegenzusetzen. Die Studios befürchteten zwar auch, dass Netflix ihrem Geschäft schaden könnte, aber sie wollten auch nicht auf die von Netflix geleisteten Lizenzzahlungen verzichten.

Neben Disney planen auch andere große Filmstudios eigene Streamingdienste, Details dazu gibt es bislang aber kaum. Mit dem Eintritt der vielen neuen Anbieter wird sich der Streamingmarkt stark verändern.  (ip)


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