Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/einreise-in-die-usa-ohne-social-media-informationen-kein-visum-1906-141639.html    Veröffentlicht: 03.06.2019 10:13    Kurz-URL: https://glm.io/141639

Einreise in die USA

Ohne Social-Media-Informationen kein Visum

Wer ein Visum für die USA benötigt, muss grundsätzlich Informationen über seine Social-Media- und E-Mail-Konten offenlegen. Bei der Einreise über das Esta-Programm bleibt die Angabe freiwillig.

Die USA haben den Fragenkatalog überarbeitet, den Antragsteller für ein Visum ausfüllen müssen. Ab sofort müssen auch die Social-Media-Konten sowie E-Mail-Adressen und Telefonnummern angegeben werden. Das berichten Medien wie die Washington Post. Das Außenministerium der Vereinigten Staaten begründe den Schritt mit der "nationalen Sicherheit"; entsprechende Überlegungen gebe es seit März 2018.

Die Passwörter für die Konten müssen den Berichten zufolge nicht übermittelt werden. Eine Zeit lang hatte es Überlegungen gegeben, diese ebenfalls abzufragen. Mitte 2017 entschied sich das Außenministerium aber dagegen. Bei der Einreise kann es dennoch passieren, dass der Beamte nach den Passwörtern für die Konten oder für die mitgeführte Hardware fragt, was nach Einschätzung vieler US-Bürgerrechtler eigentlich nicht zulässig ist. Allerdings gehört wohl sehr viel Mut dazu, entsprechende Aufforderungen vor Ort zurückzuweisen. Aktivisten empfehlen deshalb, sich auf mögliche Kontrollen vorzubereiten.

Die nun erfolgten Änderungen bei der Erteilung von Visa betreffen rund 15 Millionen Menschen, die pro Jahr einen Antrag stellen. Bislang mussten etwa die Informationen zu den Social-Media-Konten nur von rund 0,5 Prozent der Bewerber übermittelt werden, bei denen besondere Verdachtsmomente bestanden.

Wer von Deutschland und einer Reihe weiterer Länder aus als Tourist oder für eine kurze Geschäftsreise in die USA möchte, kann das auch ohne Visum über ein vereinfachtes Programm namens Electronic System for Travel Authorization (Esta) tun. In dem Esta- Antragsformular gibt es schon länger ein Feld für die Konten auf Facebook, Youtube oder Twitter, die Angaben sind aber freiwillig.

Die Behörden begründen die Bitte um die Angaben damit, dass per Social Media "relevante Fragen zu Identität, Beruf, früheren Reisen und anderen Faktoren" geklärt, "Täuschungs- oder Betrugversuche" entdeckt und Menschen (etwa mit gleichen Namen) unterschieden werden könnten.  (ps)


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