Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/neuausrichtung-tencent-setzt-wohl-auf-mobilversion-von-league-of-legends-1905-141566.html    Veröffentlicht: 28.05.2019 11:59    Kurz-URL: https://glm.io/141566

Neuausrichtung

Tencent setzt wohl auf Mobilversion von League of Legends

Statt einfach eine Mobilversion von League of Legends zu entwickeln, hat Tencent jahrelang Millionen in Arena of Valor gesteckt - und sich dabei laut einem Medienbericht mit seinem eigenen Studio Riot Games verkracht. Nun steht eine Neuausrichtung bevor.

Eigentlich sind es keine schlechten Zahlen: Das seit 2017 für Smartphones und Tablets erhältliche Arena of Valor hat in Europa rund 100.000 täglich aktive Nutzer, in den USA liegt die Anzahl sogar bei 150.000. Für den Publisher Tencent ist das aber viel zu wenig, wie Reuters mit Bezug auf anonyme Quelle meldet. In China gibt es schließlich 140 Millionen Daily Active User (DAU; dort heißt das Spiel Honour of Kings).

Nun steht Tencent offenbar vor einer Strategieänderung. Statt weiter Geld in Arena of Valor zu investieren, entsteht laut einem weiteren Bericht von Reuters derzeit eine Mobilversion von League of Legends. Das von dem kalifornischen Studio Riot Games betriebene Moba ähnelt Arena of Valor, ist aber nur für Desktop-Rechner erhätlich und gilt als eines der weltweit erfolgreichsten Spiele. Zeitweise gab es mehr als 100 Millionen Spieler.

Hier wird die Sache allerdings kompliziert, denn League of Legends ist zwar ein wichtiger Konkurrent von Arena of Valor, gleichzeitig gehört Riot Games aber vollständig zu Tencent. Diese ungewöhnliche Konstellation hat laut Reuters zu vielen Problemen geführt. So hat Tencent mit viel Geld bekannte E-Sportler wie Xpeke aus Spanien and den Franzosen Yellowstar von League of Legends abgeworben, damit sie Arena of Valor in Turnieren spielen.

Auch für weitere Marketingaktivitäten hat Tencent sinnlos Geld verpulvert. So setzte das Studio in Arena of Valor statt chinesischer Helden stark auf westliche Figuren und erwarb unter anderem die Rechte an Batman und Superman. Das Geld fehlt nun aber an anderer Stelle. Außerdem ist es nun wegen der beiden unterschiedlichen Versionen nicht mehr möglich, globale Turniere abzuhalten. Inzwischen erhielt Riot Games das Recht, derartige Marketingaktivitäten im Notfall zu stoppen.

Obwohl schon länger bekannt ist, dass Riot Games eigentlich keine Mobilversion von League of Legends will, haben sich die beiden zusammengehörenden Firmen nun wohl doch auf die Entwicklung geeignet. Wann die Umsetzung erscheint, ist derzeit aber unklar - offenbar soll es frühestens 2020 soweit sein.

Ein Grund für die Meinungsänderung von Riot Games dürfte sein, dass League of Legends zwar immer noch sehr gut läuft, aber das ganz große Interesse auch wegen starker Konkurrenz wie Fortnite bröckelt. Ein anderes Spiel hat Riot Games weder im Angebot noch ist etwas über eine Neueinwicklung bekannt.  (ps)


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