Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/smartphone-oneplus-7-pro-hat-kein-echtes-dreifachtele-1905-141485.html    Veröffentlicht: 24.05.2019 10:35    Kurz-URL: https://glm.io/141485

Smartphone

Oneplus 7 Pro hat kein echtes Dreifach-Tele

Das neue Oneplus 7 Pro hat im Test von Golem.de mit seiner neuen Kamera, die unter anderem ein Teleobjektiv mit dreifacher Vergrößerung hat, überzeugt - oder eben auch nicht: Wie sich herausstellt, schummelt Oneplus bei der Nomenklatur.

Das vor kurzem auf den Markt gekommene Android-Smartphone Oneplus 7 Pro hat - anders als es der Hersteller angibt - kein Teleobjektiv mit einer echten optischen Dreifachvergrößerung. Wie Android Police schreibt, stellte ein Nutzer auf Reddit fest, dass sich das Objektiv eher im Rahmen eines 2,2-fachen Vergrößerungsfaktors bewege. Oneplus bestätigte dies in einer Mitteilung an Android Police.

Die fehlende Vergrößerung erreicht Oneplus demnach durch einen Beschnitt des Bildes: Es wird ein Teil des Randes abgeschnitten, was letztlich zur in den technischen Daten des Smartphones angegebenen dreifachen Vergrößerung führt. Der Sensor des Teleobjektivs hat entsprechend auch nicht nur wie angegeben 8, sondern 13 Megapixel. Nach dem Beschnitt bleiben nur noch 8 Megapixel übrig.

Herausgefunden hatte dies ein Nutzer auf Reddit, indem er die Bildausschnitte des Porträtmodus und der dreifachen Vergrößerung im Standardmodus verglich. Der Porträtmodus nutzt auch das Teleobjektiv, weshalb der Bildausschnitt der gleiche sein sollte - es aber nicht ist.

Stattdessen ist die Vergrößerung im Porträtmodus weniger stark, zudem produziert die Kamera-App des Oneplus 7 Pro in diesem Modus Bilder mit 13 Megapixeln. Entsprechend verwendet das Smartphone hier das Teleobjektiv ohne Beschnitt mit 2,2-facher Vergrößerung, während im Normalmodus die dreifache Vergrößerung durch Zuschnitt erreicht wird.

Technisch gesehen handelt es sich immer noch um eine optische Vergrößerung, ein Digitalzoom im Sinne einer Hochskalierung des Bildmaterials findet nicht statt. Es wird lediglich ein Teil des Bildes weggeschnitten, weshalb auch die Auflösung sinkt. Allerdings ist der Bildeindruck zwischen einer optischen 2,2-fach-Vergrößerung und einer optischen Dreifachvergrößerung ein anderer.

Kein Hinweis auf hybride Lösung in den technischen Daten

Unschön ist es zudem, dass Oneplus in den technischen Daten des Oneplus 7 Pro nicht auf diesen Schritt hinweist und die Käufer im Glauben lässt, dass es sich um eine echte dreifache Vergrößerung handele. Bereits beim Oneplus 5 machte der Hersteller aus einem 1,6-fachen Teleobjektiv ein zweifaches.  (tk)


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