Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/gegen-fake-shops-minister-wollen-offenbar-ausweispflicht-fuer-de-domain-1905-141483.html    Veröffentlicht: 24.05.2019 10:05    Kurz-URL: https://glm.io/141483

Gegen Fake-Shops

Minister wollen offenbar Ausweispflicht für .de-Domain

Die zuständigen Verbraucherschutzminister fordern einem Medienbericht zufolge offenbar eine Ausweispflicht für .de-Domains. Das soll Betrugsfälle mit gefälschten Webshops eindämmen.

Die zuständigen Minister der Länder wollen mit verschiedenen Maßnahmen gegen Betrugsfälle im Internet durch sogenannte Fake-Shops vorgehen. Das berichten der NDR und die Süddeutsche Zeitung nach einer gemeinsamen Recherche. Bei Fake-Shops setzen Kriminelle einen Onlinehandel auf, ohne tatsächlich Waren zu verkaufen, sondern nur, um Kunden um ihr Geld zu betrügen. Die laut dem Bericht wohl wichtigste Maßnahme gegen Fake-Shops soll eine Ausweispflicht bei der Registrierung einer .de-Domain sein.

Schon jetzt ist die Registrierung einer .de-Domain nicht anonym möglich. In den Hinweisen zur Registrierung weist die zuständige Registry Denic darauf hin, dass die "Daten für den Domaininhaber (...) korrekt und vollständig sein" müssten. Überprüft wird dies offenbar bisher aber nicht oder zumindest nicht ausreichend.

Das geht auch aus dem Medienbericht hervor, in dem es heißt, dass die Shops für Betrügereien unter "falschem Namen und Anschriften registriert" würden. Damit werde den Kunden eine falsche Seriosität vorgegaukelt. Baden-Württembergs Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) sagte: "Deshalb ist das Thema der Identifizierung bei der Anmeldung einer der wichtigen Punkte." Die Beteiligten wollen darüber hinaus eine zentrale Anlaufstelle zur Bekämpfung dieser Betrügereien schaffen. Eines der derzeit noch größten Probleme für die Ermittlungsbehörden sei das schnelle Agieren der Betrüger. So seien die Shops teils nur wenige Tage online.

Die Forderungen sollen bei einer Landesministerkonferenz am heutigen Freitag (24. Mai 2019) beschlossen werden, um damit das Bundesjustizministerium zum Handeln aufzufordern. Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt die Initiative grundsätzlich. Immerhin seien laut den Verbraucherzentralen schon vier Millionen Verbraucher in Deutschland auf Fake-Shops reingefallen.  (sg)


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