Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ueberpruefung-bsi-will-flaechendeckenden-abfluss-bei-5g-verhindern-1905-141404.html    Veröffentlicht: 21.05.2019 13:30    Kurz-URL: https://glm.io/141404

Überprüfung

BSI will flächendeckenden Abfluss bei 5G verhindern

BSI-Chef Schönbohm geht davon aus, dass bei 5G kein flächendeckender Datenabfluss geschehen werde. Absolute Sicherheit sei nur möglich, wenn man das Netz nicht baue.

Eine Überprüfung von 5G-Produkten könnte laut Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), zur Folge haben, dass bestimmte Produkte ausgeschlossen werden. "Natürlich könnten wir zu dem Schluss kommen, dass manche Produkte nicht sicher genug sind", sagte Schönbohm dem Handelsblatt. Es gehe aber nicht darum, Unternehmen auszuschließen. "Es geht darum, dass wir ein möglichst hohes Sicherheitsniveau für die Komponenten und damit auch für das 5G-Netz selbst haben."

Das BSI soll nach den Plänen der Bundesregierung, Ausrüstung für den Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes vor dessen Einsatz einer Sicherheitsprüfung unterziehen. Schönbohm räumte ein, dass es 100-prozentige Sicherheit im 5G-Netz nicht geben könne. "Sie wäre nur gewährleistet, wenn man das 5G-Netz nicht ausbaut." Es gehe vielmehr darum zu überlegen, "welche Risiken wir bereit sind einzugehen, welche nicht und wie wir bestehende Risiken mit geeigneten Maßnahmen minimieren können". Risiken sieht Schönbohm etwa im Abgreifen von Informationen, also Wirtschaftsspionage. "Da geht es aber auch um Sabotage, also das 'Lahmlegen' von Netzen", sagte er.

Schönbohm erklärte jedoch, dass das Risiko des Datenabflusses beherrschbar sei. "Im Bereich der Spionage sind wir sicher, dass wir mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein hohes Schutzniveau erreichen", sagte er. "Wir glauben, dass wir so gewährleisten können, dass ein flächendeckender Datenabfluss nicht geschehen wird."

Ihm seien keine Vorfälle bekannt, bei denen beim Einsatz von Huawei-Ausrüstung Daten abgeflossen seien, betonte Schönbohm. Eine Vertrauenserklärung, wie sie der chinesische Netzwerkausrüster Huawei dem Bundesinnenministerium angeboten hat, hält er für eine "gute Maßnahme".  (asa)


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