Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/spielestreaming-microsoft-und-sony-vereinbaren-zusammenarbeit-1905-141323.html    Veröffentlicht: 17.05.2019 10:25    Kurz-URL: https://glm.io/141323

Spielestreaming

Microsoft und Sony vereinbaren Zusammenarbeit

Die Hersteller der Xbox One und der Playstation 4 gelten als Konkurrenten, doch nun wollen Microsoft und Sony beim Spielestreaming sowie bei Halbleitern und KI zusammenarbeiten. Auffällig ist der Zeitpunkt der Ankündigung kurz vor der Spielemesse E3.

Microsoft und Sony haben auf höchster Ebene eine Zusammenarbeit vereinbart: In einer gemeinsamen Erklärung von Satya Nadella (Microsoft) und Kenichiro Yoshida (Sony) stellen die Firmenchefs ihre Pläne für künftige mögliche Kooperationen vor. Ausdrücklich soll es dabei auch um Spielestreaming auf Basis der Azure-Cloud von Microsoft gehen, aber auch um Halbleiter und AI.

Vor allem die Zusammenarbeit beim Spielestreaming ist eine Überraschung: Microsoft und Sony sind mit ihren Konsolen Xbox und Playstation harte Konkurrenten. Sony etwa weigerte sich jahrelang, in Multiplayerpartien auf der Playstation das sogenannte Crossplay zu ermöglichen - also die Option, dass etwa Spieler mit einer Xbox direkt gegen Besitzer einer PS4 antreten.

Ein Grund für die Zusammenarbeit könnte sein, dass mit Google ein weiterer Konzern mit seiner im März 2019 vorgestellten Stadia-Plattform ins Spielestreaming einsteigen will, und Microsoft und Sony ihre Kräfte bündeln wollen. Die nun veröffentlichte Erklärung ist auffällig vage, konkrete Produkt- oder Dienstankündigungen könnten auf der Spielemesse E3 Anfang Juni 2019 in Los Angeles erfolgen.

Allerdings ist dort nur Microsoft vertreten, während Sony aus Kostengründen schon vor Monaten absagte. Sony betreibt mit Playstation Now schon länger einen eigenen Dienst für Spielestreaming, der aber bislang nur wenig verbreitet ist - was auch an der mangelnden Unterstützung etwa mit spannenden neuen Titeln liegt.

Neben Spielestreaming wollen Microsoft und Sony eine Zusammenarbeit in weiteren Bereichen prüfen oder umsetzen. Ebenfalls auf Basis von Azure ist die generelle Auslieferung von Unterhaltungsangeboten angedacht - damit könnten etwa Videos aus den Filmstudios von Sony gemeint sein. Außerdem soll untersucht werden, ob sich mit dem Knowhow von Microsoft im Bereich der KI und den Bildsensoren sowie mit der Cloud von Microsoft und der Halbleitersparte von Sony neue Produkte für Geschäftskunden entwickeln lassen. Auch Endkundenprodukte könnten von neuen KI-Verfahren profitieren, hieß es.

Eine unmittelbare Zusammenarbeit im Bereich Spielekonsolen dürfte unwahrscheinlich sein - insbesondere Sony hat mit seiner erfolgreichen Playstation keinen Grund, zu sehr auf Microsoft zuzugehen. Auffällig: In der Pressemitteilung fällt das Wort Playstation, während Xbox nicht genannt wird. Es ist bekannt, dass beide an der nächsten Konsolengeneration arbeiten. Gerüchten zufolge will Microsoft auf der E3 eine neue Xbox vorstellen.  (ps)


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