Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hisilicon-huawei-chipsparten-chefin-nennt-boykott-durch-usa-verrueckt-1905-141322.html    Veröffentlicht: 17.05.2019 11:02    Kurz-URL: https://glm.io/141322

Hisilicon

Huawei-Chipsparten-Chefin nennt Boykott durch USA verrückt

Die Chefin von Huaweis Chipentwickler Hisilicon erklärt die US-Regierung, konkret die Lizenzpläne des US-Handelsministeriums, für verrückt. Jetzt werde der lange vorbereitete Plan A umgesetzt.

Huawei ist auf einen Ausschluss von US-Technologie vorbereitet und wird jetzt entsprechende Pläne zur Reaktion aktivieren. Das erklärte Teresa He Tingbo, President der Chipsparte Hisilicon von Huawei, in einem Memo an die Beschäftigten, das der South China Mornig Post vorliegt. "Alle Ersatzräder, die wir gebaut haben, haben sich über Nacht in einen Plan A verwandelt."

Der Backup-Plan werde angewandt, um "die strategische Sicherheit für die meisten Produkte des Unternehmens und die kontinuierliche Versorgung mit den meisten Produkten zu gewährleisten".

Das US-Handelsministerium hatte nach einem Dekret von US-Präsident Donald Trump erklärt, dass US-Firmen, die Technologie an Huawei verkaufen oder transferieren, dafür künftig eine Lizenz benötigen - die Experten zufolge höchstwahrscheinlich nicht erteilt wird.

Huawei, der führende Telekommunikationsausrüster und zweitgrößte Smartphoneanbieter, hatte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben elf Milliarden US-Dollar für Komponenten aus den USA ausgegeben. Huawei nutzt für Smartphones Technologie von Qualcomm und Broadcom, Prozessoren von Intel für Mobilfunksendeanlagen (Radio) und Software von Oracle.

Huawei kauft SoCs bei Qualcomm

Huawei kauft SoCs bei Qualcomm, die Kirin-Chips samt LTE- und 5G-Modem für Highend-Smartphones hingegen werden selbst entwickelt und von TSMC produziert. Es gibt zudem eine Vereinbarung mit dem US-Konzern wegen Modems, darin enthalten ist eine Lizenzzahlung von 150 Millionen US-Dollar durch Huawei, die jedes Quartal seit Herbst 2018 fällig wird. Intel-Prozessoren müsste Huawei durch ARM-basierte CPUs ersetzen oder etwas komplett anderes einsetzen.

Huaweis Smartphones laufen seit dem ersten Modell mit Android, worauf eine eigene Benutzeroberfläche installiert ist, doch hier entwickelte Huawei eigene Betriebssysteme. Seit kurzem stellt Huawei auch Notebooks her, die mit Windows 10 ausgeliefert werden und Qualcomm-Chips nutzen. Für Microsofts Betriebssystem hat Huawei eigenen Angaben zufolge eine Alternative.

Die Chefin von Hisilicon beschrieb den US-Plan als eine "verrückte Entscheidung". Die USA hätten das technische und industrielle System der globalen Zusammenarbeit "gnadenlos unterbrochen" und Huawei ohne fundierte Grundlage auf die Entity-Liste gesetzt. Vergangenes Jahr habe HiSilicon Chips im Wert von mehr als 7,5 Milliarden US-Dollar produziert, sagte der rotierende Vorsitzende Eric Xu der Nachrichtenagentur Reuters.  (asa)


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