Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/usb-power-delivery-ladegeraete-mit-zwei-usb-typ-c-buchsen-sind-langsam-im-kommen-1905-141304.html    Veröffentlicht: 16.05.2019 15:30    Kurz-URL: https://glm.io/141304

USB Power Delivery

Ladegeräte mit zwei USB-Typ-C-Buchsen sind langsam im Kommen

So mancher Haushalt hat schon mehrere USB-C-Geräte. Seien es Controller der Nintendo Switch, ein Surface Go oder eines der viele Android-Smartphones. Die Zubehörindustrie zieht langsam nach. Einige wenige Dual-Ladegeräte mit USB Power Delivery gibt es schon.

USB Typ C hat einen langen Weg hinter sich. Die Komplexität des Standards ist zwar nicht weg, was wir bereits 2016 in unserem Artikel USB Typ Chaos: Die Unbeschrifteten thematisierten; im Gegenteil, mit dem kommenden USB 3.2 Gen2x2 und USB 4.0 steigt die Komplexität noch ein ganzes Stück weiter. Doch dafür sind der Stecker und die dazugehörige Buchse mittlerweile allgegenwärtig.

USB Power Delivery (USB PD) ist auf dem besten Weg, der Standard für das Laden elektronischer Geräte zu werden. Der IEC-Ansatz für Notebooks aus dem Jahr 2013 hat eigentlich keine Chance mehr. Im selben Jahr schauten wir uns bereits PD-Demos an.

2016/2017 folgten dann erstmals in größerer Anzahl PD-Netzteile und Ende 2017 waren sogar PD-Akkus nichts Außergewöhnliches mehr. Der Standard ist so wichtig geworden, dass Flugesellschaften wie Emirates oder Qatar Airways Flugzeugsitze mit Power Delivery ausstatten. Nur eines fehlte noch: Power-Delivery-Netzteile, die mehr als ein Gerät versorgen können. Das hat sich mittlerweile geändert.

Natürlich lässt sich in vielen Fällen auch einfach ein USB-A-auf-C-Kabel verwenden. Solange kein USB Power Delivery, sondern nur Standardstromstärken oder USB Battery Charge benötigt werden, reicht das völlig aus. Doch wer etwa ein Tablet und eine Nintendo Switch gleichzeitig schnell aufladen will, der braucht zwei der USB-C-Ports samt Power Delivery.

Die bisherigen Angebote sind allerdings noch mit einigen Haken und Ösen versehen, wenn man sich Bewertungen bei Amazon so anschaut. Entweder sind sie teuer oder die Ausstattung ist nicht die beste.

Einige Netzteile gibt es schon

Schon seit ein paar Monaten ist beispielsweise das Ladegerät JYDMIX 48W Dual USB C auf dem Markt. Doch das mit 35 Euro günstige Netzteil ist recht schwach. Die 48 Watt sind nicht nur das Maximum des einen USB-C-Ports, sondern gleichzeitig das gesamte Powerbudget des Ladegeräts. Der zweite C-Port schafft 18 Watt und die beiden USB-A-Buchsen liegen mit Qualcomms proprietärem Quickcharge 3.0 bei ebenfalls 18 Watt. Bei mehreren Geräten reicht das Budget einfach nicht.

Eines der laut Datenblatt fähigsten, aber auch teuersten Netzteile ist Satechis Dual Type C Travel Charger. Dessen Gesamt-Powerbudget liegt bei 75 Watt. Davon können auf einem USB-Port immerhin 60 Watt bereitgestellt werden. Der zweite Port schafft maximal 18 Watt. Die beiden USB-A-Buchsen schaffen jeweils 12 Watt. Zwar kann auch hier nicht auf allen Ports gleichzeitig die gesamte Leistung abgerufen werden, doch das Powerbudget ist insgesamt recht hoch im Vergleich zu anderer Ware.

Ein mit identischen Daten verkauftes Gerät wird von einer Firma namens Helpers verkauft. Vermutlich ist der Zulieferer für beide Geräte derselbe. Das wäre im Zubehörmarkt nicht ungewöhnlich. Insbesondere bei Satechi findet man schnell baugleiches Zubehör bei anderen Herstellern. Die beiden Ladegeräte liegen bei etwa 70 Euro.

Wer nicht ganz so viel Strom braucht, der fand früher mit Googles Dual-USB-C-Ladegerät noch eine Alternative, muss aber auf Power Delivery verzichten. Das Powerbudget liegt bei gerade einmal 22 Watt und wird derzeit im deutschen Onlineshop als nicht mehr lieferbar ausgewiesen.

Ähnlich schwierig ist es, den Hyperjuice 87W Dual USB-C zu bekommen, der in den USA für etwa 90 US-Dollar (ohne Steuern) verkauft wird. Mit einem großzügigen Powerbudget dürften Anwender, die mit einem halben Technikshop herumlaufen, recht zufrieden sein. Jeder USB-C-Port erlaubt laut Datenblatt das Maximum von 87 Watt. Anders formuliert lässt sich so beispielweise ein Macbook mit 12-Zoll-Display gleichzeitig mit einem Surface Go mit sehr geringen Einschränkungen aufladen, sofern der USB-A-Port und dessen Quickcharge nicht genutzt wird.

Die Entwicklung ist insgesamt positiv zu sehen. In den nächsten Monaten dürfte die Anzahl der Angebote steigen. Auffallend ist aber, dass diverse große Marken sich weiterhin kaum um USB PD kümmern. Selbst ein hochpreisiger Zubehörhersteller wie Belkin hat sehr wenig Angebote. Die Auswahl an USB-PD-Geräten ist immer noch lächerlich gering im Vergleich zu den Standard-USB-A- oder -C-Netzteilen.  (ase)


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