Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/smartphone-mobilfunk-haengt-das-festnetz-beim-telefonieren-ab-1905-141254.html    Veröffentlicht: 15.05.2019 08:37    Kurz-URL: https://glm.io/141254

Smartphone

Mobilfunk hängt das Festnetz beim Telefonieren ab

Das Telefonieren mit dem Handy legt weiter zu. Im vergangenen Jahr haben die Deutschen erstmals mehr vom Mobiltelefon als vom Festnetztelefon angerufen. Der SMS-Versand wird immer weniger genutzt und die weggefallenen Roaminggebühren machen sich bemerkbar.

Beim Telefonieren greifen Anwender in Deutschland immer häufiger zu Smartphone oder Handy statt zum Festnetztelefon. Im vergangenen Jahr telefonierten die Bundesbürger nach Angaben der Bundesnetzagentur erstmals mehr von einem Mobiltelefon als einem Festnetzanschluss. Rund 119 Milliarden abgehende Gesprächsminuten zählte die Behörde für 2018 im Mobilfunk. Im Festnetz gab es nur noch 107 Milliarden Gesprächsminuten. Zum Vergleich: Vier Jahre zuvor hatten die Menschen in Deutschland noch mehr als 150 Milliarden Minuten vom Festnetz aus telefoniert.

Seit dem Wegfall der Roaminggebühren im EU-Ausland greifen Urlauber häufiger zum Smartphone für den Anruf in der Heimat. Bei Telefonaten aus dem EU-Ausland betrug das Plus 14 Prozent auf etwa 2,9 Milliarden Gesprächsminuten, wie es im Jahresbericht der Bundesnetzagentur heißt, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Das mit deutschen Mobilfunkverträgen im Ausland genutzte Datenvolumen stieg 2018 auf 66,4 Petabyte (66,4 Millionen GByte), das ist fast doppelt so viel wie 2017. Die Roaminggebühren, die Telefonieren und Surfen im Internet teuer machten, entfielen zum 15. Juni 2017.

SMS-Versand geht zurück

Nachrichten per SMS werden in Zeiten von Whatsapp und anderen Messengerdiensten deutlich weniger verschickt. Im Durchschnitt sind es pro SIM-Karte nur noch fünf Kurzmitteilungen im Monat. Insgesamt tippten die Handybesitzer im vergangenen Jahr 8,9 Milliarden Mitteilungen, fast 14 Prozent weniger als 2017. Auf dem Höhepunkt der SMS-Ära im Jahr 2012 waren es noch fast 60 Milliarden Nachrichten.

Weiter zugenommen hat der Bestand an SIM-Karten, über die ein Mobiltelefon ins Netz kommt. Ende 2018 gab es in Deutschland 137 Millionen SIM-Karten und damit zwei Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Statistisch entfallen damit auf jeden Einwohner 1,7 Karten. Viele dieser Karten werden allerdings nicht regelmäßig genutzt, sondern stecken in Zweit- oder Drittgeräten.

Die Zahlen der Netzagentur zeigen auch, dass in Fabriken und Werkstätten das Internet immer wichtiger wird. Ende 2018 wurden demnach 23,1 Millionen SIM-Karten für die Datenkommunikation zwischen Maschinen eingesetzt. Das waren 5,5 Millionen Karten mehr als ein Jahr zuvor.  (ip)


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