Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/oneplus-7-pro-im-hands-on-neue-konkurrenz-fuer-die-smartphone-oberklasse-1905-141239.html    Veröffentlicht: 14.05.2019 18:00    Kurz-URL: https://glm.io/141239

Oneplus 7 Pro im Hands on

Neue Konkurrenz für die Smartphone-Oberklasse

Parallel zum Oneplus 7 hat das chinesische Unternehmen Oneplus auch das besser ausgestattete Oneplus 7 Pro vorgestellt. Das Smartphone ist mit seiner Kamera mit drei Objektiven für alle Fotosituationen gewappnet und hat eine ausfahrbare Frontkamera - das hat aber seinen Preis.

Das chinesische Unternehmen Oneplus führt eine neue Modellkategorie bei seinen Smartphones ein. Zugleich mit dem Oneplus 7 wurde eine Pro-Version mit besserer Ausstattung vor allem im Kamerabereich vorgestellt. Das Oneplus 7 Pro hat eine ausfahrbare statt einer herkömmlichen Frontkamera. Das ermöglicht ein möglichst großes Display ohne störende Kameraausbuchtung. Die Hauptkamera ist mit drei Objektiven versehen, vom Teleobjektiv bis zum Ultra-Weitwinkel.

Der Hauptsensor der Dreifachkamera stammt von Sony und liefert eine Normalbrennweite. Der IMX586 hat einen optischen und elektronischen Bildstabilisator, liefert eine Auflösung von bis zu 48 Megapixeln und hat eine Blende von f/1.6, so dass auch bei schlechten Lichtbedingungen gute Aufnahmen möglich sein sollen. Mit einem Hybrid-Autofokus soll die Kamera besonders schnell scharfstellen und beim ersten Ausprobieren klappt das gut.

Die zweite Kamera ist ein Ultra-Weitwinkel mit einer Auflösung von 16 Megapixeln, einem 117 Grad weiten Sichtfeld und einer Blende von f/2.2. Diese Kamera ist vor allem dazu geeignet, Landschafts- oder Gebäudeaufnahmen zu machen. Aber auch bei größeren Gruppen ist der größere Bildbereich ein Vorteil.



Als dritte Kamera ist das Teleobjektiv mit 8 Megapixeln und einem dreifachen optischen Zoom dafür da, ferne Objekte nah heranzuholen. Die Kamera ist wie die Hauptkamera mit einem optischen Bildstabilisator versehen, damit die Aufnahmen nicht verwackeln. Bei einer Blende von f/2.4 sind Einbußen bei Aufnahmen in dunkler Umgebung zu erwarten.

Für besonders gute Bildergebnisse setzt Oneplus auf Ultrashot, eine Kombination von HDR+ und Super Resolution, um Fotos mit vielen Details, hohen Kontrastwerten und großem Farbenreichtum zu erzeugen. Für bessere Nachtaufnahmen kommt ein spezieller Algorithmus zum Einsatz, der im Test noch seine Qualität beweisen muss. Beim ersten Ausprobieren reagiert die Kamera-App schnell, wir können problemlos zwischen den verschiedenen Objektiven wechseln.

Ausfahrbare Frontkamera

Auf der Oberseite des Oneplus 7 Pro ist die Frontkamera als ausfahrbare Kamera untergebracht. Sie liefert eine Auflösung von 16 Megapixeln und hat eine Blende von f/2.0. Sie fährt leise aus, sobald wir in der Kamera-App auf das Symbol für die Frontkamera wechseln. Die Kamera fährt wieder ein, wenn wir auf die rückwärtige Kamera wechseln, die Kamera-App verlassen oder das Display ausschalten. Letzteres dient zum Schutz des Ausfahrmechanismus. Die Kamera sollte nicht manuell heruntergedrückt werden.

Falls das Smartphone fällt, wird die Frontkamera ebenfalls automatisch eingefahren, damit der Mechanismus bei einem Sturz keinen Schaden nimmt. Zudem gibt es einen Taschenmodus, bei dem das Smartphone erkennt, dass es sich in einer Tasche befindet. Damit wird verhindert, dass die Kamera ungewollt ausfährt. So sollen Beschädigungen vermieden werden. Dichtungen rund um die Kamera sollen verhindern, dass sich dort Schmutz sammelt.

Das Display nimmt einen Großteil der Gehäusevorderseite ein - und das kann zu Problemen führen.

Oneplus 7 Pro mit 6,67 Zoll großem Display

Oneplus hat sich für ein 6,67 Zoll großes Display entschieden, das durch besonders schmale Ränder zwischen Display und Gehäuserand auffällt. Es hat ein Format von 19,5:9, so dass das Gerät kaum größer als ein klassisches 5,5-Zoll-Smartphone ist und sich damit noch passabel einhändig bedienen lässt. Bei einer Auflösung von 3.120 x 1.440 Pixeln werden Inhalte entsprechend scharf dargestellt. Zudem wird HDR10+ unter anderem bei Netflix und Youtube unterstützt.

Das Displaylicht kann in dunkler Umgebung besonders niedrig geregelt werden, unangenehm hell ist das Display aber nicht. Die Displayseiten können als Signalisierung anstehender Benachrichtigungen verwendet werden. Das wird als Horizon-LED bezeichnet und soll dazu dienen, dass Nutzer wichtige Mitteilungen nicht verpassen.

Wie das Oneplus 6T hat das Pro-Modell einen im Display integrierten Fingerabdrucksensor. Dieser soll Abdrücke durch eine größere Fläche und dünneres Displayglas besser erkennen können. Dadurch lässt sich das Display schneller als bisher entsperren; beim Ausprobieren reagierte der Sensor sehr schnell.



Das OLED-Display arbeitet mit 90-Hertz-Technik und wird vom Hersteller als Fluid-Amoled bezeichnet. Vor allem beim Wischen etwa im Browser oder in anderen Apps soll das für ein möglichst weiches Scrolling sorgen. Damit soll sich die Nutzung des Geräts flüssiger anfühlen.

Für eine flüssige Bedienung sorgt ansonsten Qualcomms Snapdragon 855 mit einer Taktrate von bis zu 2,84 GHz und Adreno 640. Je nach Ausstattung stehen 6 GByte, 8 GByte oder sogar 12 GByte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Das sorgt beim Ausprobieren für schnelle Reaktionen. Das Smartphone läuft mit Android 9.0 alias Pie und dem von Oneplus stammenden Android-Fork Oxygen OS.

Android 9 mit Anpassungen

Mit dabei ist ein verbesserter Gaming-Modus, der auf die Bedürfnisse von Spielern zugeschnitten ist und nicht durch Benachrichtigungen stört. Mit einer RAM Boost genannten Funktion wird der vorhandene Speicher intelligenter vor allem für speicherintensive Spiele aufgeteilt, damit diese besser benutzt werden können. Zudem wurde ein Screen Recorder in das Betriebssystem eingebaut, um Spiele direkt auf dem Gerät aufzeichnen zu können.

Gegen eine zu intensive Smartphone-Nutzung kann ein sogenannter Zen-Modus eingesetzt werden: Wird er aktiviert, ist das Smartphone für 20 Minuten gesperrt. Dann können nur Notrufe und Fotos gemacht werden. Nach Ansicht von Oneplus soll es Nutzern so einfacher gemacht werden, das Smartphone auch mal wegzulegen. Ob eine Smartphone-Abstinenz von 20 Minuten viel bewirkt, darf aber bezweifelt werden.

Schneller Speicher, großer Akku

Wie bei Oneplus-Geräten üblich gibt es keinen Steckplatz für Speicherkarten. Das Smartphone ist wahlweise mit 128 GByte oder 256 GByte Flash-Speicher erhältlich. Dabei setzt Oneplus auf UFS 3.0, das verspricht schnellere Lese- und Schreibraten, was vor allem beim Dateitransfer positiv auffallen soll.

Weiterhin unterstützt das LTE-Smartphone Dual-SIM und ist mit WLAN-ac, Bluetooth 5.0, NFC und einer Dual-Band-GPS-Lösung für eine schnelle Standortbestimmung versehen. Es gibt einen USB-C-Anschluss, aber erneut keine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse. Das Smartphone hat Stereo-Lautsprecher, die einen besseren Klang versprechen. Oneplus hat nach eigener Aussage in das 7 Pro einen leistungsfähigeren Vibrationsalarm eingebaut und beim ersten Ausprobieren können wir das bestätigen.

Das Smartphone hat einen 4.000-mAh-Akku, der auch bei intensiver Nutzung einen Arbeitstag durchhalten soll. Dabei wird wieder Oneplus' Warp-Charge-Ladetechnik unterstützt, ein leerer Akku soll in 20 Minuten zur Hälfte gefüllt sein, ohne dass sich das Smartphone dadurch selbst stark erwärmt oder die Prozessorleistung drosselt.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Oneplus 7 Pro wird in drei Speichervarianten am 21. Mai 2019 erscheinen. Das kleinste Modell mit 6 GByte Arbeitsspeicher und 128 GByte Flash-Speicher kostet 710 Euro. Für 760 Euro gibt es 8 GByte Arbeitsspeicher und 256 GByte Flach-Speicher. Mit 12 GByte Arbeitsspeicher und 256 GByte Flash-Speicher kostet das Oneplus 7 Pro 830 Euro. Am 18. Mai 2019 gibt es von Oneplus in Berlin im Aufbauhaus in der Prinzenallee 84 in 10969 Berlin am Nachmittag einen Pop-up-Store, in dem sich Interessenten das Smartphone ansehen und bei Interesse kaufen können.

Fazit

Mit der Vorstellung des Oneplus 7 und des Oneplus 7 Pro schlägt das Unternehmen einen neuen Weg ein. Nach einem kurzen Ausflug in den Bereich der Mittelklasse-Smartphones hat sich Oneplus in den vergangenen Jahren wieder ganz auf ein Oberklasse-Modell konzentriert. Nun gibt es erstmals zwei Oberklasse-Smartphones, obwohl vor allem das Pro-Modell die High-End-Ausstattung liefert, die heutzutage von einem Oberklasse-Smartphone erwartet wird.

Das Oneplus 7 Pro hinterlässt einen guten ersten Eindruck. Aufgrund der drei Kameralinsen gepaart mit einem optischen 3fach-Zoom für das Teleobjektiv haben Nutzer viele Optionen bei der Bildgestaltung. Die Kamera hat beim ersten Ausprobieren fix reagiert, wir konnten rasch zwischen den jeweiligen Objektiven wechseln.

Eine schöne Funktion ist die ausfahrbare Frontkamera, die schnell einsatzbereit ist. Dadurch gibt es keine Kamera-Ausbuchtung im Display, das einen Großteil der Fläche einnimmt. Wir müssen schon sehr genau darauf achten, wie wir das Smartphone halten, damit wir nicht das Display berühren und es dann nicht mehr auf Befehle reagiert. Abgesehen davon vermittelt das Display einen hochwertigen Eindruck, der im Bildschirm eingebaute Fingerabdrucksensor agiert sehr flott.

Mit dem Oneplus 7 Pro ist dem Hersteller ein vielversprechendes Oberklasse-Smartphone gelungen, das preislich aber noch um mehr als 150 Euro über dem bisherigem Oneplus-Smartphone liegt. Es wird sich zeigen, ob Oneplus-Kunden bereit sind, den höheren Preis zu zahlen oder lieber zum normalen Oneplus 7 greifen.  (ip)


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