Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/drittanbieter-haendler-aus-china-erobern-amazon-marketplace-1905-141216.html    Veröffentlicht: 13.05.2019 17:52    Kurz-URL: https://glm.io/141216

Drittanbieter

Händler aus China übernehmen Amazon Marketplace

In Deutschland ist der Anteil der Tophändler aus China bei Amazon Marketplace auf 28 Prozent gestiegen.

40 Prozent der Top-Seller bei Amazon Marketplace haben ihren Sitz in China, vor zwei Jahren waren es erst 26 Prozent. Das ergab eine Analyse von Marketplace Pulse. Innerhalb eines Jahres stieg bei Amazon in Großbritannien der Marktanteil von Verkäufern mit Sitz in China von 28 auf 34 Prozent und in Deutschland von 26 auf 28 Prozent.

In Frankreich erreichten Händler aus China 47 Prozent (41 Prozent), in Italien 45 Prozent (41 Prozent) und bei Amazon.es in Spanien 52 Prozent (48 Prozent). Der Durchschnitt stieg von 37 Prozent auf 40 Prozent.

Amazon hatte im April 2019 die Schließung seines Marketplace für Drittanbieter in China angekündigt. Das bezog sich auf die chinesischsprachige Website von Amazon. Amazon-Käufer in China können damit keine Waren mehr von Dritthändlern im Land erwerben, erklärte Amazon. Sie können jedoch weiterhin über den globalen Store des Unternehmens in den USA, Großbritannien, Deutschland und Japan bestellen.

Amazon werde in den nächsten 90 Tagen die Unterstützung für Händler, die in China verkaufen, reduzieren und die Auswirkungen auf die Fulfillment-Center in China prüfen, von denen einige geschlossen werden könnten, wurde berichtet. Im Jahr 2004 expandierte Amazon durch die Übernahme von Joyo.com, dem damals führenden Online-Buchhändler des Landes, nach China.

Immer mehr Onlinekäufer aus Berlin, die günstige Waren - oft ungewollt - außerhalb der EU bestellt haben, müssen zum Zollamt Schöneberg. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 90.000 Paketsendungen aufgehalten, die außerhalb der EU aufgegeben und nicht richtig deklariert worden waren.

Der Großteil der Käufer bestellt die Waren im Glauben, sie von einem einheimischen Lieferanten zu bekommen. "Viele Kunden stellen erst im Nachhinein fest, dass ihr Produkt eigentlich aus Asien oder aus anderen Drittländern außerhalb der EU kommt", sagte Claudia Rossow-Scholl, stellvertretende Pressesprecherin des Hauptzollamts Berlin. Das könne durchaus auch bei großen Anbietern wie Amazon passieren.  (asa)


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