Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/android-indien-startet-offiziell-kartellverfahren-gegen-google-1905-141184.html    Veröffentlicht: 11.05.2019 16:15    Kurz-URL: https://glm.io/141184

Android

Indien startet offiziell Kartellverfahren gegen Google

Nach ersten Vorermittlungen starten die Wettbewerbshüter Indiens nun offiziell ein Verfahren gegen Google wegen dessen Marktmacht mit Android. Die Vorwürfe ähneln denen in Europa, wonach Google seine Konkurrenz blockieren soll.

Die Wettbewerbsbehörde in Indien (CCI) hat nun offenbar auch offiziell ein Kartellverfahren gegen Google begonnen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Quellen, die mit den Vorgängen vertraut seien. Die Vorwürfe in Indien ähneln dabei wohl denen, die auch die EU-Kommission Google macht. Sie hatte deshalb eine Strafe in Höhe von 4,34 Milliarden Euro verhängt.

Dem Bericht von Reuters zufolge sind bereits im vergangenen Jahr erste Beschwerden bei der CCI darüber eingegangen, dass Google die massive Verbreitung seines beliebten Android-Systems für Smartphones ausnutze, um Konkurrenten zu blockieren. Mitte April ist die Behörde dann zu dem Schluss gekommen, dass an den Vorwürfen etwas dran ist und hat eine offizielle Untersuchung gestartet.

Zwar haben zwei unabhängige Quellen den Vorgang der Nachrichenagentur bestätigt, Reuters konnte jedoch weder die Beschwerdeführer ausfindig machen, noch die genauen Details der Vorwürfe einsehen. Wie erwähnt soll die CCI aber wohl die marktbeherrschende Stellung des Android-Systems in Indien untersuchen. Rund 99 Prozent der Smartphones in dem Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern verwenden demnach das System von Google.

Das Unternehmen selbst gibt sich positiv gestimmt. So habe Android Millionen Inder miteinander verbunden, indem Geräte wegen des Systems günstiger hätten angeboten werden können, heißt es. Ebenso will das Unternehmen eng mit der Behörde zusammenarbeiten. Ganz auf die unabhängige Urteilskraft der Behörden will Google aber wohl nicht vertrauen und baut seine Lobby-Tätigkeiten wie Anfang des Jahres berichtet offenbar in Richtung der direkten Beeinflussung der Politik um. Schwerpunktthemen sind hier Datenschutz und Wettbewerb.  (sg)


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