Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/auktion-netzbetreiber-sind-zum-kampf-um-5g-frequenzbloecke-gezwungen-1905-141173.html    Veröffentlicht: 10.05.2019 11:51    Kurz-URL: https://glm.io/141173

Experte

Netzbetreiber sind zum Kampf um 5G-Frequenzblöcke gezwungen

Der Kampf um zusammenhängende Blöcke bei der seit über sieben Wochen laufenden 5G-Auktion ist nicht unsinnig. Es geht laut einem Experten um hohe Datenraten und wohl auch gigantische Profite mit dem neuen Netz.

Der Streit bei der Auktion um die 5G-Frequenzen, bei dem es immer noch um einen abstrakten Block geht, für den sich Runde für Runde überboten wird, sei wenig erstaunlich. Das sagte ein technischer Experte für Mobilfunk im Gespräch mit Golem.de, der nicht namentlich genannt werden möchte. "Spektrum ist das fundamentale Produktionsmedium der Mobilfunkindustrie. Bezogen auf das existierende Grid-Asset der Betreiber sind die Peak-Datenrate und die Netzkapazität zwei wesentliche Entscheidungsfaktoren für die Attraktivität des Angebotes." Dabei geht es um hohe Gewinnerwartungen mit 5G. Derzeit wird mit LTE der größte Gewinn erzielt.

Beispielsweise liefern 100 MHz im C-Band circa 1,5 GBits/s im Downlink, was für die 5G-Geschwindigkeitsaussage wichtig ist. Andererseits "hängen die Produktionskosten für die Netzbereitstellung hinsichtlich Kapazität und Qualität für die Betreiber vom verfügbaren zusammenhängenden Spektrum ab". Daher sei eine Bieterauseinandersetzung um 10-MHz-Blöcke durchaus verständlich. "Denn je nach Gesamtmenge sprechen wir hier von 10 bis 15 Prozent Varianz allein dafür", sagte er.

Preisunterschiede auf einzelne Blöcke erklärten sich möglicherweise auch aus den technischen Rahmenbedingungen für die Nutzung. Der Block 1K im C-Band unterliegt durch die angrenzende Nutzung im Bereich unterhalb 3,4 GHz einigen Koordinationsbeschränkungen, und die würden sich entsprechend im Preis abbilden, erklärte der Experte.

Verbissen seit fast acht Wochen

Deutsche Telekom, Telefónica, Vodafone und 1&1 Drillisch können sich selbst nach sieben Wochen nicht auf eine Aufteilung der zur Verfügung stehenden Frequenzen einigen. Als Ergebnis der Runde 314 müssen gegenwärtig 5,7 Milliarden Euro gezahlt werden. In jeder Runde bietet der zuletzt Unterlegene auf einen der günstigsten Frequenzblöcke, wo gerade ein anderer Anbieter das Höchstgebot hält. Es handelt sich um einen abstrakten Block im 3,6-GHz-Bereich.

"Als Marktführer werden wir das Spektrum bekommen, das wir brauchen. Und wir werden weiter fleißig mitbieten", sagte Telekom-Chef Tim Höttges am 9. Mai 2019 in der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des 1. Quartals. Er beklagte sich über die hohen Ausgaben für das Spektrum. "Mit dem derzeit auf dem Tisch liegenden Geld hätten schon fast 50.000 Mobilfunkmasten in Deutschland gebaut werden können", erklärte Höttges.  (asa)


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