Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/d9vk-fluessigere-d3d9-spiele-unter-linux-dank-vulkan-1905-141172.html    Veröffentlicht: 10.05.2019 12:26    Kurz-URL: https://glm.io/141172

D9VK

Flüssigere D3D9-Spiele unter Linux dank Vulkan

Nach DXVK nun D9VK: Das steht für D3D9 to Vulkan und beschreibt einen Wrapper, der Aufrufe von Microsofts DirectX- für die offene Vulkan-Grafikschnittstelle übersetzt. So laufen ältere Windows-Spiele unter Linux deutlich flüssiger als mit der bisherigen OpenGL-Implementierung von Lutris oder Wine.

Für Lutris samt Wine gibt es eine neue Option, um Windows-Spiele unter Linux zu beschleunigen: Mit D9VK laufen solche Titel oft flüssiger als mit der bisherigen OpenGL-Implementierung. Wie es die Bezeichnung bereits impliziert, werden Aufrufe von der proprietären Direct3D-9- auf die offene Vulkan-Grafikschnittstelle übersetzt. D9KV wurde als Version 0.10 veröffentlicht.

Bisher verwendet Wine für Direct3D 9 noch OpenGL, für D3D10 sowie D3D11 setzt auch Valves Steam Play alias Proton auf DXVK und für D3D12 existiert zusätzlich VKD3D als weitere Übersetzungsbibliothek. Das Wine-Projekt (Wine Is Not an Emulator) gibt es seit den 90er-Jahren, wohingegen Proton erst 2018 von Valve für Steam veröffentlicht wurde. Proton klappt somit für auf Steam erhältliche, aber nicht nativ für Linux entwickelte Spiele, wohingegen Wine und damit gekoppelte Software wie Lutris auch Titel wie Starcraft 2 von Blizzard unterstützen, wenn D9VK oder DXVK integriert werden.

<#youtube id="MjfKqUr15rQ"> Ersten Berichten zufolge steigert D9VK anstelle von OpenGL die Framerate in kompatiblen Spielen deutlich, beispielsweise bei der Special Edition von The Elder Scrolls Skyrim. Offen bleibt vorerst, ob Valve künftig auch auf D9VK setzt. Es ist aber davon auszugehen, dass D9VK zuerst in DXVK und später dann in Proton integriert wird. Wine wird DXVK offenbar nicht selbst einbauen.

Valve hatte mit SteamOS versucht, Linux-Gaming attraktiver zu machen, der Erfolg war und ist aber durchwachsen. Mit Proton erfolgte der nächste Schritt, allerdings ist eine Übersetzungsbibliothek trotz hoher Geschwindigkeit immer noch keine native Umsetzung von Vulkan. Allerdings setzt Google für das Stadia genannt Spiele-Streaming auf Linux-basierte Server und die Vulkan-Grafikschnittstelle, was Linux-Gaming voranbringen könnte.  (ms)


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