Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/richtfunk-im-mikrowellenbereich-telekom-und-ericsson-erreichen-100-gigabit-pro-sekunde-1905-141169.html    Veröffentlicht: 10.05.2019 11:09    Kurz-URL: https://glm.io/141169

Richtfunk im Mikrowellenbereich

Telekom und Ericsson erreichen 100 Gigabit pro Sekunde

Mit Richtfunk im Mikrowellenbereich sollen 5G-Basisstationen auch ohne Glasfaser angebunden werden können. Doch die niedrige Latenzzeit einer Glasfaserverbindung dürfte damit nicht erreicht werden.

Ericsson und die Deutsche Telekom haben in einem Service-Center in Athen für 5G eine Verbindung mit Richtfunk im Mikrowellenbereich bei 70 bis 80 Gigahertz aufgebaut. Wie die Partner am 10. Mai 2019 bekanntgaben, erreichten sie damit einen Datendurchsatz von über 100 Gigabit pro Sekunde. Dies gelang über eine Strecke von 1,5 Kilometern.

Doch dafür waren mehrere Sende- und Empfangsantennen nötig, was als MIMO-Technologie (Multiple Input Multiple Output) bezeichnet wurde. Genauer gesagt sind es vier Antennen, jeweils mit dualer Polarisierung, woraus sich eine 8x8-MIMO-Konstellation ergibt.

Alex Jinsung Choi, Senior Vice President Strategy & Technology Innovation der Telekom, sagte: "Die neuartige Richtfunk-Technologie ist enorm leistungsstark. Im 5G-Zeitalter ist sie eine ernstzunehmende Variante für eine sehr hohe Datenübertragung. Das hat der Test in Athen bestätigt."

Und die Latenz?

Die Technik könne auch dort eingesetzt werden, wo Glasfaser keine praktikable Lösung ist, erklärte Per Narvinger, Head of Product Area Networks bei Ericsson. Zum Beispiel sind in schwer erreichbarem Gelände teilweise keine Tiefbau-Maßnahmen möglich. Herkömmliche Methoden wie Funkanbindung im Millimeterbereich sind bei 5G nicht mehr ausreichend.

Ende 2018 durchbrachen Ericsson und Telekom die Grenze von 40 Gigabit pro Sekunde. Dabei nutzten die Partner ebenfalls das Spektrum im Mikrometerbereich. Die Roundtrip-Latenz der getesteten Verbindung betrug laut Ericsson unter 0,1 Millisekunden.

Mit Roundtrip-Latenz ist allerdings gemeint, dass ein Backhaul-Paket vom gNodeB (5G-Basisstation) bis zum Backhaul-Einspeisepunkt und zurück nur 0,1 ms benötigte. Dies hat jedoch nichts mit der 5G-Verzögerung über die Luftschnittstelle zu tun. Der technische Aufbau umfasste den Einsatz der mobilen Transporttechnologie von Ericsson einschließlich der Richtfunkausrüstung Mini-Link 6352 von Ericsson und des Routers 6000.  (asa)


Verwandte Artikel:
Mobilfunkantennen: Von Kathrein wird fast nichts übrig bleiben   
(06.05.2019, https://glm.io/141056 )
Deutsche Telekom: Über 1.000 Mobilfunkstandorte hängen in Bürokratie fest   
(09.05.2019, https://glm.io/141146 )
USA und Deutschland: Telekom erhöht Ausgaben für Netzausbau stark   
(09.05.2019, https://glm.io/141142 )
Testnetz: Ericsson und Telekom starten 5G-Testfeld in Darmstadt   
(06.02.2019, https://glm.io/139227 )
5G Today: Fernsehen über 5G startet in Deutschland   
(09.05.2019, https://glm.io/141156 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/