Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/loop-disease-sammelklage-wegen-schleifenkrankheit-beim-iphone-7-1905-141047.html    Veröffentlicht: 06.05.2019 07:54    Kurz-URL: https://glm.io/141047

Loop Disease

Sammelklage wegen Schleifenkrankheit beim iPhone 7

In den USA ist eine Sammelklage gegen Apple wegen Audioproblemen beim iPhone 7 und iPhone 7 Plus eingereicht worden. Die Probleme sind unter dem Namen Schleifenkrankheit oder Loop Disease bekannt. Apple soll laut Klägern von den Problemen gewusst haben.

Das iPhone 7 und das iPhone 7 Plus haben Audioprobleme, die erst nach längerer Nutzung auftreten und wohl auf schlechte Lötstellen zurückzuführen sind. Apple wird nun in einer Sammelklage in den USA beschuldigt, das Problem gekannt, aber keinen offiziellen Rückruf gestartet zu haben, wie Apple Insider berichtet.

Der erste Warnhinweis auf die sogenannte Schleifenkrankheit beim iPhone 7 und iPhone 7 Plus ist ein ausgegrautes Lautsprechersymbol. Dieses taucht auf, wenn der Nutzer die Telefon-App startet. Danach beginnen einige iPhone 7, in einer endlosen Bootschleife festzuhängen. Die Smartphones wurden zwischen 2017 und 2018 verkauft.

Wie groß das Problem ist, wurde durch einen Bericht der Website Motherboard im August 2018 bekannt. Der Bericht bezieht sich auf Hinweise von Reparaturdienstleistern, die viele iPhone 7 und iPhone 7 Plus mit Tonproblemen zur Instandsetzung erhielten. Bei fast allen fanden Techniker im Inneren einen teilweise losen Audiochip vor, der sich auf dem Motherboard in der Nähe des Sim-Kartenfachs befindet. Die Reparatur, um die Verbindung wiederherzustellen, kostet 100 bis 150 US-Dollar. Einige vermuten schlechte Lötpunkte, andere dass das iPhone 7 nicht verwindungsssteif genug sei und deshalb die Verbindung unterbrochen werde. Apple reparierte die Geräte wohl eine Zeitlang auf Kulanz, einen Rückruf gab es nicht.

Sammelklagen wegen Fehlern von iPhones sind für Apple nicht neu. Der Konzern wurde im August 2016 wegen einer übermäßigen Biegsamkeit des iPhone 6 und iPhone 6 Plus und der damit verbundenen, sogenannten Touch-Krankheit verklagt. Nutzer berichteten von flackernden Displays und nicht reagierenden Touchscreens. Apple gab im November 2016 lediglich zu, dass es eine Charge mit iPhones gegeben habe, die besonders biegsam gewesen seien, und senkte die Bildschirmreparaturkosten deutlich.

Apple hatte schon früher Probleme damit, Fehler zuzugeben. Mitgründer Steve Jobs sagte einmal, dass das iPhone 4 keine Empfangsprobleme habe, sondern der Anwender das Telefon falsch in der Hand halte. Später wurde bekannt, dass die Antennenleistung beeinträchtigt wird, wenn der Nutzer das Smartphone in einer bestimmten Weise hält. Apple verschenkte daraufhin Hüllen für das Smartphone. Ähnlich verhielt es sich mit der Drosselung von iPhones, wenn deren Akku schlechter wurde. Die Funktion gab Apple jahrelang nicht zu. Nun gibt es aber eine Softwarefunktion zum Abschalten der Drosselfunktion und vergünstigte Akkus.  (ad)


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