Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/langsames-mobilfunknetz-bundesnetzagentur-will-netzbetreiber-nach-bonn-einbestellen-1905-141034.html    Veröffentlicht: 03.05.2019 14:40    Kurz-URL: https://glm.io/141034

Langsames Mobilfunknetz

Bundesnetzagentur will Netzbetreiber nach Bonn einbestellen

Selbst die niedrigen Versorgungsauflagen der Bundesnetzagentur für LTE werden nicht erreicht. Die Netzbetreiber sollen sich jetzt erklären.

Die Bundesnetzagentur macht sich Sorgen um das Tempo des Mobilfunkausbaus in Deutschland. Darum schlägt sie dem Beirat der Netzagentur vor, Vertreter der drei Mobilfunkbetreiber am 24. Juni zu einem Gespräch einzuladen. Das berichtet die Rheinische Post, der die Einladung vorliegt. Hintergrund ist eine teilweise nur schwache Versorgung mit LTE. Wie aus Zahlen der Bundesnetzagentur hervorgeht, die der Rheinischen Post vorliegen, versorgt die Telekom 96,3 Prozent der Bevölkerung mit mindestens 10 MBit/s, bei Vodafone sind es 94,3 Prozent, bei Telefónica liegt die Abdeckung nur bei 89,1 Prozent.

Telefónica selbst sieht keine Probleme

Selbst das niedrige Tempo von mindestens 1 MBit/s bietet Telefónica nur 95,6 Prozent der Haushalte an, die Telekom kommt hier fast auf Vollversorgung mit 99,6 Prozent. Vodafone erreicht laut Bundesnetzagentur 97 Prozent. Eine Telefónica-Sprecherin sagte Golem.de: "Derzeit versorgen wir nach unserer Berechnung über 90 Prozent der deutschen Bevölkerung mit LTE, in den größten deutschen Städten sind es nahezu 100 Prozent. Wir sind zuversichtlich, die Versorgungsauflagen zu erfüllen." Darüber hinaus sei das zur Flächenversorgung gut einsetzbare 700-MHz-Spektrum bisher gar nicht komplett zugeteilt, da die ehemaligen DVB-T-Frequenzen in einigen Bundesländern noch bis Mitte 2019 geräumt werden müssten. Die Zuteilung dieses Spektrums werde den LTE-Ausbau ebenfalls beschleunigen.

Etwa 98 Prozent der Haushalte dürften nicht viel mehr als eine 70-Prozent-Abdeckung der Fläche in Deutschland umfassen. Die Netzbetreiber und die Regierung geben stets nur die Bevölkerungsabdeckung an, die sich nicht auf die versorgte Fläche in der Bundesrepublik bezieht, sondern auf die Einwohnerzahl. Bereits bei der Vergabe der LTE-Funklizenzen wurde es den Bietern offengelassen, bis zu zwei Prozent der Haushalte auszusparen. Es war damals schon absehbar, dass eine solche Regelung den ländlichen Raum treffen würde.

Gemessen an der Fläche liegt die LTE-Mobilfunkabdeckung von Telefónica in Deutschland laut einer Messung des P3-Instituts im Auftrag der Grünen vom Dezember 2018 bei gerade einmal 46,8 Prozent, der Anteil von Vodafone ist mit 56,7 Prozent nur geringfügig besser. Die Deutsche Telekom liegt mit einer LTE-Abdeckung von 75,1 Prozent vorn.  (asa)


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