Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/connectec-5g-endgeraete-zeigen-in-tests-fantastischen-durchsatz-1905-141030.html    Veröffentlicht: 03.05.2019 13:15    Kurz-URL: https://glm.io/141030

Deutsche Telekom

5G-Endgeräte zeigen in Tests "fantastischen Durchsatz"

Der 5G-Chef der Telekom testet bereits in vielen Städten neue Endgeräte. Er schwärmt, dass das Auto das Killer Device von 5G werde, räumt aber ein, dass fast alles auch mit LTE möglich ist.

Die Netzbetreiber haben die Frequenzen noch nicht, testen "aber in verschiedenen Städten schon die Endgeräte, die einen fantastischen Durchsatz haben". Das sagte Alexander Lautz, Senior Vice President 5G bei der Deutschen Telekom, am 3. Mai 2019 auf der Telekommunikationsmesse ConnectEC in Dresden. "5G ist ein hochkomplexes Ökosystem, da steckt man nicht einfach den Stecker rein", betonte Lautz, der bei der Telekom für 5G Technik und Geschäftsmodelle zusammenbringen soll.

Er habe inoffizielle Informationen, nach denen das Samsung Galaxy S10 5G in Südkorea schon 300.000 Mal verkauft wurde.

"Wenn wir hier in 10 Jahren wieder zusammenkommen, werden wir sagen: 'Das Auto ist das Killer Device für 5G. Es wird die 5G-Technik umarmen, wie kein zweites Endgerät", prognostizierte Lautz. Die Telekommunikationsbranche müsse sich dazu öffnen. Aber auch die Automobilbranche hätte "ein Grundmisstrauen zur Telekom" und wolle 5G lieber ohne Netzbetreiber machen. Doch nur alle Mobilfunkbetreiber und die gesamte Automobilindustrie könnten "das hier zusammen machen."

Wichtig werde etwa 5G Precise Positioning nicht nur im Auto sondern auch für Rasenmähroboter. Die 5G-Positionierungs-Architektur wird eine Vielzahl von Sensoren integrieren, welche auf Mobilfunksignalen als auch auf 3GPP-unabhängigen Techniken basieren, um ein hybrides und genaues Positionierungsschema zu ermöglichen, das besser ist als GPS.

Durch den Einsatz von Kameras mit Edge Computing und AI könne der Verkehrsfluss verbessert werden, womit 15 Prozent mehr Durchfluss erreicht werde, erzählte Lautz über ein Testfeld in Berlin. Baustellen würden mit Narrow Band IoT ausgestattet, um Fahrzeuge umzuleiten.

"Egal wie gut die Software ist, wir brauchen immer einen Tele Operator, der das Auto übernehmen kann, etwa im Kreisverkehr, sonst fährt der Wagen da nicht rein", sagte Lautz. Dazu sei eine Datenrate von 35 MBit/s nötig, wenn sie im Service Center wirklich ein Auto übernehmen wollen.

Datenshower an der Tankstelle

Dienste für Software Over The Air (SOTA) könnten gegenwärtig von 20 Prozent aller Neuwagen genutzt werden. "Im Jahr 2023 können 100 Millionen Fahrzeuge SOTA-Updates. Durch zehn Steuergeräte pro Fahrzeug und 10 Updates im Jahr entstehen sehr große Datenmengen", erklärte Lautz. Doch die Fahrzeughersteller hätten eine Mobilfunkvermeidungsstrategie, sie setzten bei der Datenverteilung auf Car2Car-Mesh oder einen eigenen Broadcastdienst mit Frequenzen vom Fernsehen. Damit könne ein Data Shower an der Tankstelle erfolgen. Doch um Software- und Medienupdates zu leisten, müssten alle zusammenarbeiten. Die Telekommunikationsindustrie ist gezwungen zu kooperieren.

Lautz räumte jedoch ein: "Das meiste, was ich hier gesagt habe, braucht kein 5G New Radio, vieles geht mit LTE. Es wird ein Mix sein, 4G und 5G wird verbunden sein." So sei Broadcast auch innerhalb von LTE möglich, das habe die Telekom anders als Vodafone "bei LTE aber gar nicht aktiviert."

Offenlegung: Golem.de nimmt auf Einladung von Huawei hin an der ConnectEC in Dresden teil, die Reisekosten wurden gänzlich von Huawei übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.  (asa)


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