Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/leihfahrraeder-obike-raeumt-in-muenchen-auf-1904-140941.html    Veröffentlicht: 29.04.2019 13:58    Kurz-URL: https://glm.io/140941

Leihfahrräder

Obike räumt in München auf

Die Leihfahrräder des asiatischen Anbieters Obike sind für viele Städte zu einem Problem geworden. In München ist es der Verwaltung nun gelungen, die orangefarbenen Räder wieder aus dem Stadtbild zu entfernen.

Nach monatelangen Drohungen durch die Stadtverwaltung München hat der asiatische Leihfahrrad-Anbieter Obike nun reagiert. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete, beseitigte Obike in den vergangenen Monaten seine überwiegend zerstörten und fahruntauglichen Räder. "Die ganz große Masse der Räder ist verschwunden", sagte der städtische Radverkehrsbeauftragte Florian Paul der dpa. Es gebe noch immer einige Fahrräder in der Stadt, die aber kein großes Problem mehr seien.

Paul hatte im vergangenen Jahr zunächst vergeblich versucht, die Anbieter zu kontaktieren und die Entfernung der Räder zu erreichen. "Das ist ein großes Ärgernis. Wir versuchen seit Wochen und Monaten bei Obike jemanden zu erreichen, der sich um die Entfernung der Räder kümmert", hatte Paul damals gesagt. Nun zeigte er sich zufrieden und sprach von einer "extrem lästigen Plage, die wir jetzt losgeworden sind".

Schnelle Expansion und Insolvenz

Obike wurde nach eigenen Angaben im Januar 2017 in Singapur gegründet und expandierte bereits wenige Monate später mit den gelben Billigrädern nach Europa. Im September 2017 ging das Unternehmen auch in Deutschland an den Start. Allein in München wurden demnach 3.000 Räder zur Verfügung gestellt. Doch schon nach wenigen Monaten wuchsen die Probleme in einigen deutschen Kommunen wie Hannover oder Frankfurt.

Da das Unternehmen im Juli 2018 in Singapur Insolvenz angemeldet hatte, wuchs die Sorge, dass sich niemand mehr in Deutschland um die Beseitigung der unbrauchbaren Räder kümmern würde. Da die Fahrradleichen nicht als "herrenlos" galten, durfte sie die Stadt nicht ohne weiteres wegräumen. Stattdessen drohte sie dem Anbieter mit einer "Beseitigungsanordnung". Diese zeigte demnach seit Anfang März dieses Jahres Wirkung. Eine von Obike beauftragte Beseitigungsfirma habe 1.000 Fahrräder eingesammelt.

Aktivisten hatten für das Problem noch eine andere Lösung vorgeschlagen: Sympathisanten sollten die Schlösser und Tracker knacken, die Räder zur allgemeinen Nutzung aber auf den Straßen stehen lassen. Auf einer Website für die Librebike getaufte Aktion werden eine Anleitung zum Knacken der Schlösser sowie Vorlagen für Aufkleber, die auf geknackte Räder geklebt werden sollen, zur Verfügung gestellt. Das Beschädigen der Fahrräder ist jedoch illegal.  (fg)


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