Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fernsehen-5g-broadcast-soll-ab-2027-dvb-t2-abloesen-1904-140937.html    Veröffentlicht: 29.04.2019 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/140937

Fernsehen

5G Broadcast soll ab 2027 DVB-T2 ablösen

Fernsehen über 5G wird in Bayern so erfolgreich getestet, dass der Leiter Verbreitung beim Bayerischen Rundfunk weitermachen will. 2030 werden die Frequenzen von DVB-T2 frei.

Ein groß angelegter Roll-Out von 5G Broadcast ist nicht vor 2027 zu erwarten. Das schreibt Helwin Lesch, Leiter Verbreitung und Controlling beim Bayerischen Rundfunk im Magazin Info­Digital (Paywall). "Der Rundfunk soll sich frühzeitig in die Standardisierung von 5G einbringen und die Weichen auch für eine zukünftige Verfügbarkeit der bestehenden UHF-Frequenzen für 5G Broadcast stellen. Bis 2030 bleiben diese Frequenzblöcke für die terrestrische, digitale Fernsehversorgung mittels DVB-T2 in Benutzung." Der Frequenzbereich von DVB-T2 liegt bei 470 MHz bis 690 MHz.

Die bisherige Reaktion von Regulierern und Mobilfunk habe die öffentlich-rechtlichen Rundfunkbetreiber "sehr positiv überrascht und ermutigt, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen", erklärt Lesch.

Projekt 5G TODAY in Bayern

Gemeint ist das Forschungsprojekt 5G TODAY in Bayern, dass das Potenzial von 5G im Bereich der Verbreitung von Medieninhalten untersucht. Zu den Partnern des Konsortiums zählen der Antennenhersteller Kathrein sowie der Messtechnikspezialist Rohde & Schwarz. Entwickelt und geleitet wird das Vorhaben vom Institut für Rundfunktechnik (IRT) aus München. Assoziierte Partner sind die Telefónica Deutschland und der Bayerische Rundfunk, der das 5G-FeMBMS-Sendernetz auf seinen Senderstandorten betreiben will. Der Modus FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) erlaubt die simultane Verteilung identischer Medieninhalte an eine Vielzahl von Empfängern auch über größere Distanzen. Damit muss nicht mehr von jedem einzelnen mobilen Endgerät eine eigene Internetverbindung zum Sender hergestellt werden. Die Inhalte können über den kombinierten Rund- und Mobilfunk über das 5G-Netz empfangen werden.

Das DVB-T2-Netz für Antennenfernsehen wurde gerade erst komplett ausgerollt. So baute die Freenet-Tochter Media Broadcast das Sendernetz bis Ende 2018 auf insgesamt 63 Senderstandorte aus. Die komplette Umstellung der Öffentlich-Rechtlichen auf DVB-T2 wird erst im Jahr 2019 ganz abgeschlossen.  (asa)


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