Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mobilfunk-nokia-macht-wegen-5g-sicherheitsbedenken-verlust-1904-140895.html    Veröffentlicht: 25.04.2019 18:30    Kurz-URL: https://glm.io/140895

Mobilfunk

Nokia macht wegen 5G-Sicherheitsbedenken Verlust

Nokia kann von der US-Kampagne gegen Huawei nicht profitieren, sondern verbucht einen unerwarteten Verlust. Investitionen seien erforderlich, erklärte Konzernchef Rajeev Suri.

Nokia hat überraschend einen hohen Verlust wegen Sicherheitsbedenken in der Branche verbucht. "Einige Kunden überprüfen ihre Anbieter im Hinblick auf Sicherheitsbedenken neu, was zu kurzfristigem Druck führt zu investieren, um eine langfristigen Nutzen zu sichern", sagte Rajeev Suri, der Chef des finnischen Telekommunikationsausrüsters, am 25. April 2019. Damit führt die von den USA ausgehende Kampagne gegen Huawei offenbar nicht zu einer Stärkung des Konkurrenten.

Nokia erzielte im ersten Quartal 2019 einen Verlust von 118 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 86 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz stieg auf 5,03 Milliarden Euro, nach 4,92 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten 5 Milliarden Euro erwartet. Beim Gewinn hatten sie jedoch 166 Millionen Euro prognostiziert.

USA treffen gesamte Branche

Ein Umsatzbetrag von 200 Millionen Euro für 5G-Ausrüstung, der in Nordamerika erwirtschaftet wurde, konnte nicht verbucht werden. Dies soll bis Ende des Jahres 2019 geklärt werden.

Die Aktie des finnischen Konzerns fiel um 9 Prozent und erreichte mit 4,68 Euro einen neuen Tiefstand für die vergangenen sechs Monate. Bei Nokia Deutschland werden 15 Prozent der Arbeitsplätze in allen Bereichen gestrichen.

Die USA versuchen in einer politischen Kampagne, ihre europäischen Partner davon zu überzeugen, dass Huawei-Produkte ein Sicherheitsrisiko seien, können dafür aber keine Beweise vorlegen. Huawei wehrt sich zunehmend gegen den Druck aus den USA und führt dort eine Klage. Nokia und Ericsson produzieren in direkter Nachbarschaft von Huawei im südchinesischen Shenzhen, wie die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg kürzlich betonte.  (asa)


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