Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/partner-roadmap-intel-plant-10-nm-desktop-chips-nicht-vor-2022-1904-140892.html    Veröffentlicht: 25.04.2019 21:09    Kurz-URL: https://glm.io/140892

Partner-Roadmap

Intel plant 10-nm-Desktop-Chips nicht vor 2022

Roadmaps von Dell zufolge wird Intel in den kommenden Jahren primär das Mobile-Segment mit Prozessoren im 10-nm-Verfahren bedienen. Im Desktop-Bereich müssen Comet Lake und Rocket Lake mit zehn Kernen und 14 nm gegen AMDs Ryzen 3000/4000 mit 7(+) nm antreten.

Mindestens zwei Jahre noch wird Intel keine 10-nm-Desktop-Chips veröffentlichen. Das geht aus Roadmaps von Dell hervor, die von der großen niederländlichen Hardware-Seite Tweakers publiziert wurden. Die Daten decken sich weitestgehend mit den Intel-eigenen, wobei Partner teils ihre Produkte ein bisschen später anbieten - verglichen zum Zeitpunkt ab dem Prozessoren im Einzelhandel verfügbar sind. Die Roadmaps belegen, dass Intel bei 10 nm und dessen Vorteilen den Fokus klar auf Low-Power-Mobile setzt.

Im Desktop-Segment ist der Coffee Lake Refresh S aktuell, konkret also Chips wie der Core i9-9900K (Test) mit acht Kernen als Topmodell. Im zweiten Quartal 2020 - andere Roadmaps nennen das erste Quartal - soll Comet Lake S folgen. Diese Prozessoren werden weiterhin in 14 nm gefertigt, haben aber zehn Kerne. Für den Frühling 2021 ist ein Nachfolger geplant, die CPUs werden intern als Rocket Lake bezeichnet und sind bis ins vierte Quartal eingezeichnet. Das impliziert, dass es vor 2022 keine Desktop-Chips im 10-nm-Verfahren geben wird.

Ähnlich sieht es bei den Notebook-Modellen mit 45 Watt aus, hier sind die Coffee Lake Refresh H mit acht Kernen der Stand der Dinge. Wenig überraschend will Intel diese im zweiten Quartal 2020 durch die Comet Lake H ablösen, also 45-Watt-Modelle mit zehn Kernen. Auch hier sind bis Ende 2021 keine 10-nm-Prozessoren in der Roadmap aufgeführt.

Selbst im U-Segment mit 28 Watt hilft sich Intel vorerst mit 14 nm aus und plant die Comet Lake U mit vier Kernen und LPDDR4-Speicher-Unterstützung ab Frühsommer 2019 als Nachfolger der Whiskey Lake U. Besonders obskur wirkt Rocket Lake U mit sechs Kernen in 14 nm und einer Grafikeinheit in 10 nm ab Frühsommer 2020 - denn das spricht für zwei Chips in einem Package. Noch im Sommer 2019 hingegen soll Ice Lake U mit 15 Watt als Quadcore in 10 nm starten, wenngleich mit begrenzter Verfügbarkeit. Auch eine Dualcore-Variante als Ice Lake Y folgend auf Amber Lake Y ist geplant, ebenfalls mit limitierten Stückzahlen.

Der Nachfolger von Ice Lake U/Y wird Tiger Lake Y/U, die Roadmaps führen das 10-nm-Design ab Frühling 2020. Zudem soll überraschend Lakefield noch dieses Frühjahr erhältlich sein - so heißt ein Chip in 10 nm, der Core- und Atom-Architektur verbindet. Apropos: Elkhard Lake mit Tremont-Atom-Kernen in 10 nm ist für Frühjahr 2020 geplant.

AMD derweil plant für Sommer 2019 die Ryzen 3000 alias Matisse mit 8 Kernen und 16 Kernen im 7-nm-Verfahren. Die Ryzen 4000 alias Vermeer sind für 2020 angesetzt und dürfen im N7+ genannten Prozess von TSMC entstehen.

Wer sich nun von all den Codenamen erschlagen fühlt: Wir haben die Informationen für die U- und S-Modelle von Intel zur besseren Übersicht in zwei Tabellen gepackt.  (ms)


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