Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/neuer-bordrechner-elon-musk-kuendigt-robotaxis-fuer-2020-an-1904-140804.html    Veröffentlicht: 23.04.2019 07:29    Kurz-URL: https://glm.io/140804

Neuer Bordrechner

Elon Musk kündigt Robotaxis für 2020 an

Tesla will alle neuen Fahrzeuge mit einem neuen Bordrechner für autonomes Fahren ausrüsten. Zudem hat Firmenchef Elon Musk angekündigt, dass die Autos sich bald in Robotaxis wandeln und ihrem Besitzer Geld einspielen könnten.

Teslas mit neuem Bordrechner können nach Einschätzung von Unternehmenschef Elon schon ab dem nächsten Jahr autonom fahren und als Taxis eingesetzt werden. Der Autobesitzer könnte das Auto für sich arbeiten lassen, wenn die Behörden dies zuließen, sagte Musk auf dem Autonomy Day des Unternehmens. Tesla will die erforderliche Software-Infrastruktur mit Apps und Servern schaffen und als Vermittlungsprovision 25 bis 30 Prozent des Umsatzes der Fahrten verlangen.

Wo es nicht genügend Teslas gibt, will das Unternehmen eigene Autos für Taxidienste bereitstellen. Tesla sichert sich in neuen Model-3-Leasingverträgen die Fahrzeuge und bietet sie nicht zum Kauf an.

Tesla wechselte vor etwa einem Monat von Nvidias Drive-Plattform auf seinen eigenen Bordrechner (Hardware 3), der im Model S und X sowie dem Model 3 verbaut wird. Der Bordcomputer ist insofern redundant ausgelegt, als das zwei Prozessoren verbaut sind, die notfalls den jeweils ausgefallenen ersetzen können. Auch an einem Chip der nächsten Generation werde gearbeitet, sagte Musk. Die serielle Schnittstelle für die Kameradaten soll 2,5 Gigapixel pro Sekunde einlesen können. Auf Lidar-Sensoren (Light Detection and Ranging) verzichtet Tesla. Diese seien teuer und überflüssig, sagte Musk. Tesla setzt acht Kameras, zwölf Ultraschallsensoren und einen Radarsensor ein.

Vom autonomen Fahren sind aktuelle Teslas noch weit entfernt. Sie verfügen über ein aufwändiges Fahrerassistenzsystem in zwei Ausbaustufen: der Funktion Autopilot und der Ausbaustufe "Volles Potential für autonomes Fahren". Der Autopilot ist eine Mixtur aus adaptivem Tempomat und Spurführung. Die teurere Version bietet zudem die automatische Fahrt auf Autobahnen inklusive Autobahnkreuzen und das computergestützte Überholen langsamerer Fahrzeuge. Dazu kommen eine Einparkautomatik und die Funktion Herbeirufen, bei der das Fahrzeug auf Parkplätzen selbstständig zum Nutzer fährt. Bis Ende 2019 sollen auch die Erkennung von Ampeln und Stoppschildern in der Stadt funktionieren sowie das automatische Fahren innerorts.

Nicht nur Tesla will autonome Taxis

Nach Informationen der Automobilwoche (Bezahlschranke) will Daimler ab 2021 mehr als 10.000 Robotaxis bauen. Sie sollen zum Passagier kommen und ihn zum Ziel bringen. Bosch und Daimler kooperieren beim vollautomatisierten und fahrerlosen Fahren seit 2017. Seit 2018 wird die Technik in den USA getestet.



Neben Tesla, Daimler, Waymo und Toyota arbeitet etwa die US-Firma Cruise an autonomen Fahrdiensten. Auch Uber und das chinesische Didi Chuxing erforschen die Technik.  (ad)


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