Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lokaler-netzbetreiber-inexio-baut-glasfaser-auch-wenn-es-sich-noch-nicht-lohnt-1904-140783.html    Veröffentlicht: 18.04.2019 19:10    Kurz-URL: https://glm.io/140783

Lokaler Netzbetreiber

Inexio baut Glasfaser, auch wenn es sich (noch) nicht lohnt

Der Glasfaser-Ausbau bis an die Straßenecke kostet 2.000 Euro pro Kunde, bis ins Haus sind rund 5.000 Euro fällig. Dennoch setzt Inexio verstärkt auf FTTH, auch wenn sich dem Kunden dafür nicht viel mehr berechnen lässt.

Der saarländische Netzbetreiber Inexio will Glasfaser bis in die Häuser künftig als wesentliches Verkaufsargument nutzen. Bisher habe man auf den Ausbau "bis an die Straßenecke" gesetzt. Das sagte Inexio-Chef David Zimmer im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Doch das rechnet sich nicht kurzfristig: Ein Anschluss an die Straßenecke (FTTC - Fiber To The Curb) kostet Inexio rund 2.000 Euro pro Kunde, bis ins Haus (FTTH - Fiber To The Home) sind laut Zimmer rund 5.000 Euro fällig. Der durchschnittliche Umsatz steige aber nur von 42,50 Euro auf 48 Euro pro Kunde. Für den bisherigen Partner, das US-amerikanische Private-Equity-Unternehmen Warburg Pincus, sei dieses Wachstum zu langsam, weshalb es mittelfristig wohl aussteigen werde.

1 Million Kunden bis 2030

Darum werde Inexio sein Eigenkapital um 300 bis 500 Millionen Euro erhöhen. "Wir haben zurzeit 8.500 Kilometer eigenes und 2.500 Kilometer gemietetes Glasfasernetz", sagte Zimmer der Saarbrücker Zeitung. Theoretisch könne man damit 2,7 Millionen Haushalte in einem Korridor von drei Kilometern erreichen. "Wir halten es auf dieser Basis für realistisch, dass wir bis 2030 eine Million Kunden an uns binden können."

Einen großen Engpass gebe es aktuell bei Glasfaser-Monteuren, erklärte Zimmer. Inexio habe darum mit Faber-Kabel ein Projekt gestartet, um Elektriker an der Glasfaser-Akademie zu Spezialisten weiterzubilden. Ein weiterer Engpass bestehe bei der Tiefbaukapazität für den Bau der Leitungen. Um sich Baukapazität zu sichern, denke man über den Kauf von Bauunternehmen nach.  (asa)


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