Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/it-berufe-bin-ich-freiberufler-oder-gewerbetreibender-1905-140772.html    Veröffentlicht: 02.05.2019 12:05    Kurz-URL: https://glm.io/140772

IT-Berufe

Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Nicht wenige Selbstständige im IT-Sektor melden ein Gewerbe an, obwohl sie als Freiberufler tätig sind. Spätestens nach dem Einstieg ins Berufsleben bekommen sie die Nachteile zu spüren.

Wer sich selbstständig macht, hat vor allem zu Beginn mit einer Menge Papierkram zu kämpfen und muss sich in Steuer- und Versicherungsfragen einarbeiten. Im IT-Bereich kommt noch eine weitere Frage hinzu: Bin ich als Softwareentwickler, Berater, Administrator oder Webdesigner Gewerbetreibender oder Freiberufler? Das Finanzamt hat darauf oft eine eindeutige Antwort: Natürlich sind Sie Gewerbetreibender! Doch es lohnt sich, das zu hinterfragen. Denn der Status als Freiberufler ist mit einigen Vorteilen verbunden.

Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer

Das größte Privileg ist wohl, dass Freiberufler, unabhängig vom erzielten Gewinn, keine Gewerbesteuer entrichten. Anders als Gewerbetreibende, die normalerweise zur Gewerbesteuer herangezogen werden - zumindest, wenn der Gewinn bei einer Einzelperson oder einer Personengesellschaft die Höhe des eingeräumten Freibetrages von 24.500 Euro überschreitet. (§ 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Gewerbesteuergesetz (GewStG)).

Gewerbetreibende werden zudem automatisch Mitglied bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) und müssen dafür häufig einen Beitrag bezahlen. Berechnet wird er von der jeweils zuständigen IHK, er hängt vor allem von der Höhe des Gewinns ab.

Außerdem müssen Gewerbetreibende bei ihrer Steuererklärung eine Bilanz erstellen und sind zur doppelten Buchführung verpflichtet, wenn ihr Gewinn über 60.000 Euro liegt oder der Netto-Umsatz höher ist als 600.000 Euro (§ 141 Abs. 1 Abgabenordnung). Bei Freiberuflern - selbst bei gut verdienenden - reicht hingegen eine Einkommensüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG, § 141 Abs. 1 Abgabenordnung). Sie ist leichter anzufertigen als die Bilanz, weil sie im Grunde nur eine Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben enthält.

Freiberufler können zudem von der Ist-Besteuerung Gebrauch machen (§ 20 Satz 1 Nr. 3 Umsatzsteuergesetz (UStG)). Das bedeutet: Sie müssen die Umsatzsteuer von den erzielten Einkünften erst dann abführen, wenn sie das Geld auf ihrem Konto gutgeschrieben bekommen haben. Um diese Ist-Besteuerung zu bekommen, muss ein Antrag gestellt werden, ansonsten greift automatisch die Soll-Besteuerung. Der Gesetzgeber sieht für den Antrag keine bestimmte Form vor. Er sollte per Mail oder Brief gestellt werden, der Antragsteller schreibt darin, dass er von der Soll- zur Ist-Besteuerung wechseln möchte und ab wann.

Bei der Soll-Besteuerung fällt die Umsatzsteuer bereits zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung an. Wenn der Geschäftspartner erst später bezahlt, muss der Unternehmer gegenüber dem Finanzamt in Vorleistung gehen. Sofern eine Zahlung dauerhaft ausfällt, hat er lediglich die Möglichkeit, die Umsatzsteuer gemäß § 17 Abs. 2 UstG zu berichtigen. Erst dann muss das Finanzamt die abgeführte Umsatzsteuer erstatten. Dies ist ab dem Zeitpunkt möglich, ab dem sie als "uneinbringlich" gilt.

Gewerbetreibende müssen normalerweise von der Soll-Besteuerung Gebrauch machen. Davon gibt es lediglich zwei Ausnahmen:



Mithin: Als Freiberufler ist man hier auf der sicheren Seite. Es lohnt sich also, sich damit zu beschäftigen, inwieweit man diesen Status erlangen kann.

Gesetzliche Definition fehlt

Die Frage, inwieweit IT-Experten Freiberufler sind, ist aber gar nicht so leicht zu beantworten. Das hängt damit zusammen, dass der Gesetzgeber hierfür in § 18 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) keine klare Definition formuliert hat. Vielmehr listet er eine ganze Reihe von freiberuflichen Tätigkeiten auf, ohne dabei IT-Fachleute ausdrücklich zu benennen.

Die Auflistung ist aber nicht abschließend. Denn der Gesetzgeber verweist in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG auch auf "ähnliche Berufe". Hierbei muss die Ähnlichkeit sowohl hinsichtlich der Ausbildung als auch hinsichtlich der ausgeübten Tätigkeit bestehen.

Dabei reicht es nicht, eine einschlägige Berufsausbildung - etwa einen Studienabschluss als Ingenieur - vorzuweisen. Vielmehr muss die betreffende Tätigkeit auch tatsächlich ausgeübt werden. Was das alles für die Anerkennung als Freiberufler bedeutet, wird an einigen typischen Berufen aus dem IT-Bereich deutlich.



IT-Ingenieure mit guten Chancen auf Freiberuflerstatus



Ausgebildete Ingenieure mit IT-Bezug haben gute Erfolgsaussichten auf eine Anerkennung als Freiberufler. Das ergibt sich daraus, dass Ingenieure in der Auflistung genannt werden.

Eine Anerkennung als Freiberufler setzt allerdings voraus, dass sie, wie bereits erwähnt, nicht nur über einen Abschluss als Ingenieur verfügen. Vielmehr müssen sie auch tatsächlich als Ingenieure arbeiten. Davon ist zunächst auszugehen, wenn sie Hardware und Software entwickeln und herstellen.

Urteile zu Administratoren

Wenn sie als Systemadministratoren oder Netzwerkadministratoren tätig sind, liegt der Fall ähnlich. Das ergibt sich aus einer Grundsatzentscheidung des Bundesfinanzhofes.

In dem Fall ging es um einen Ingenieur, der sich während seines Studiums auf technische Informatik spezialisiert hatte. Seine Tätigkeit bestand vor allem darin, bei seinen Kunden Rechnernetzwerke durch Installation und Konfiguration von Windows-Software einzurichten und zu betreuen. Außerdem behob er Störungen im Netzwerk und sicherte das System gegen Zugriff von Unbekannten. Er überwachte die Server mittels selbst entwickelter Programme.

Als Systemadministrator oblag ihm die Anwendung der vorhandenen Hard- und Software. Das Finanzamt stufte ihn also als Gewerbetreibenden ein, er klagte dagegen. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg ging aber ebenfalls von einer gewerblichen Tätigkeit aus und begründete dies damit, dass er lediglich administrativ tätig sei.

Der Ingenieur legte jedoch Revision ein und hatte damit Erfolg. Die Richter des Bundesfinanzhofs stellten mit ihrem Urteil vom 22.09.2009, Az. VIII R 31/07 klar, dass die Sichtweise des Finanzgerichts zu eng sei. Begründet wurde dies damit, dass zur Tätigkeit eines IT-Ingenieurs auch die Entwicklung von Betriebssystemen und die Anpassung an die Bedürfnisse des Kunden gehörten.

Das Gleiche gelte für Aufbau, Betreuung und Verwaltung von Firmennetzwerken und -servern sowie für die rechnergestützte Steuerung, Überwachung und Optimierung industrieller Abläufe. Ebenso gehöre zur Tätigkeit eines Ingenieurs die Anpassung vorhandener Systeme an spezielle Produktionsbedingungen und Organisationsstrukturen und die Bereitstellung qualifizierter Dienstleistungen wie etwa Benutzerservice und Schulung. Zudem beurteilten Ingenieure als Netz- und Systemadministratoren die Leistungsfähigkeit von Rechnernetzen.

Auch ein Ingenieur für Holztechnik kann Freiberufler sein

Das Gleiche gilt unter Umständen auch, wenn ein Diplom-Ingenieur sich bei seinem Abschluss noch nicht auf den IT-Bereich spezialisiert hatte. Dies ergibt sich aus einem Fall, in dem ein Ingenieur an einer Fachhochschule zunächst den akademischen Grad eines Diplom-Ingenieurs (FH) für Holztechnik erworben hatte und dann als Softwareentwickler und EDV-Berater tätig war.

Neben der Entwicklung und Anpassung von Software entwarf und betreute er Server und Netzwerke (Installation, Wartung und Administration). Nach einigen Jahren führte das Finanzamt eine Außenprüfung durch. Da es der Ansicht war, es handele sich um eine gewerbliche Tätigkeit, erließ es Gewerbesteuermessbetragsbescheide für den Zeitraum von fünf Jahren nebst Gewerbesteuerfestsetzungen in Höhe von insgesamt etwa 1.400 Euro.

Hierzu entschied das Finanzgericht Berlin-Brandenburg, dass es sich um eine freiberufliche Tätigkeit handelte (Urteil vom 07.03.2013, Az. 10 K 10056/09). Dabei stellte es zunächst einmal klar, dass der Diplom-Ingenieur über die erforderliche berufliche Qualifikation verfügte. Dass es sich um den Fachbereich Holztechnik handelte, stellte für das Gericht kein Problem dar. Maßgeblich sei lediglich, dass er nach seinem Abschluss auf einem Hauptgebiet des Ingenieurwesens in ingenieurtypischer Weise selbstständig berufstätig war. Dies sei hier zu bejahen, weil er im Bereich der Datenverarbeitungstechnik arbeitete. Zum Berufsbild des Ingenieurs gehöre neben der Entwicklung und Anpassung von Hard- und Software auch die Bereitstellung von qualifizierten Dienstleistungen wie Netz- und Systemadministration, Benutzerservice und Schulung sowie die Bewertung bestehender Systeme.

Bei IT-Informatikern ist die Lage klar

Wenig Probleme mit dem Freiberuflerstatus haben normalerweise IT-Fachleute mit einem Studienabschluss als Informatiker. Dies gilt jedenfalls dann, wenn sie als Softwareentwickler tätig sind. Dies erstreckt sich neben Systemsoftware auch auf Anwendungssoftware (vgl. BFH, Urteil vom 4. 05. 2004, Az.: XI R 9/03). Unproblematisch ist es auch, wenn IT-Spezialisten für die Implementierung oder Betreuung von Software zuständig sind.



Ohne Studium muss Fachwissen nachgewiesen werden



Schwieriger ist die rechtliche Situation, wenn selbstständige IT-Fachleute über keine akademische Ausbildung als Ingenieur oder Informatiker verfügen. Hier kommt eine Anerkennung als Freiberufler in einem "ähnlichen Beruf" nur unter den bestimmten Voraussetzungen infrage.

Diese IT-Fachleute müssen zunächst einmal nachweisen, dass sie sich das erforderliche Wissen "in vergleichbarer Breite und Tiefe" angeeignet haben. Dieses Wissen muss sich auf alle wichtigen Bereiche als "Kernbereiche" des jeweiligen Fachstudiums an einer Fachhochschule oder Hochschule erstrecken.

Was das bedeutet, wird an dem Fall eines EDV-Beraters deutlich. Dieser hatte sich gegenüber dem Finanzamt darauf berufen, dass er sich in Informatik als einem ingenieurähnlichen Beruf hinreichende Kenntnisse angeeignet habe. Nachdem das Finanzamt gleichwohl von einer gewerblichen Tätigkeit ausgegangen war, klagte er beim Finanzgericht Münster. Dieses wies seine Klage jedoch ab, weil ein von den Richtern einbestellter Sachverständiger feststellte, dass der Kläger nur lückenhafte Kenntnisse in Mathematik, Statistik und Operations Research hatte.

Der Bundesfinanzhof schloss sich der Auffassung des Finanzgerichtes an. Er begründete dies damit (Urteil 16.9.2014, Az. VIII R 8/12), dass für Informatik vor allem gute Mathematikkenntnisse erforderlich seien. Wichtig seien aber auch die Nebenfächer Statistik und Operations Research.

Das bedeutet, dass er sich in folgenden Bereichen auskennen muss: Mathematik "als Kernfach", Englisch, Statistik, Operations Research, Grundlagen der BWL und VWL, Buchführung und Bilanzierung, Kostenrechnung und Leistungsrechnung, Produktionswirtschaft, Finanz- und Investitionswirtschaft, Marketing, Controlling, Produktion und Logistik, DV-Recht und Datenschutz sowie Wirtschaftsprivatrecht. Diese Sichtweise hat der Bundesfinanzhof in einem weiteren Urteil bestätigt (Urteil vom 19.01.2017, Az. III R 3/14).

Wichtig ist, dass der Selbstständige ohne einschlägiges Studium genau erläutern muss, woraus sich seine hinreichenden Kenntnisse ergeben und wie er sie in der Praxis umsetzt. Erst dann muss ihm die Gelegenheit eingeräumt werden, sein Wissen unter Beweis zu stellen. Dies kann auf folgende Weise geschehen:



Der Nachweis über das Wissen reicht übrigens noch nicht. Die ausgeübte Tätigkeit als solche muss außerdem mit dem jeweiligen Katalogberuf (wie Ingenieur) beziehungsweise dem ähnlichen Beruf (wie Informatiker) vergleichbar sein.

EDV-Consulting/Software Engineering kann freiberuflich sein ...

Sind diese beiden Voraussetzungen erfüllt, kann ein Prozess auch zugunsten des Selbstständigen ausgehen wie im Fall eines Unternehmers, der zunächst auf einer Fachschule für elektronische Datenverarbeitung eine staatliche Prüfung zum EDV-Betriebswirt abgelegt hatte. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit - unter anderem als Systemprogrammierer, Systemanalytiker und Systemberater - machte er sich selbstständig auf dem Gebiet des EDV-Consulting/Software Engineering. Er betreute Kunden, die Systemsoftware von einer Firma erworben hatten.

Seine Tätigkeit zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass er Betriebs- und Datenübertragungssysteme einrichtete und betreute. Das Finanzamt sah hierin eine gewerbliche Tätigkeit, der Mann klagte, das Finanzgericht Münster gab seiner Klage jedoch nur teilweise statt. Es stellte fest, dass er sich als Autodidakt die Kenntnisse und Fertigkeiten als Diplom-Informatikers angeeignet habe. Gleichwohl komme eine Anerkennung nur bezüglich der Entwicklung von Software, nicht jedoch bezüglich der Kundenbetreuung in Betracht.

Der Bundesfinanzhof sah das jedoch anders und entschied, dass auch bezüglich der Einrichtung und Betreuung der Software eine ingenieurähnliche Tätigkeit liege (Urteil vom 22.09.2009, Az. VIII R 63/06). Denn hierbei handele es sich um ein wesentliches Betätigungsfeld von Informatikern als einem ingenieurähnlichen Beruf.

... ebenso wie IT-Projektleitung

Auch die Tätigkeit als IT-Projektleiter kann nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs als freiberuflich anzusehen sein. In dem Prozess ging es um einen EDV-Berater, der als IT-Projektmanager für mehrere Projekte zuständig war. Bei einem Projekt ging es insbesondere um die fachliche Leitung, die Auswahl sowie die Einweisung neuer Projektmitarbeiter, die Überprüfung der Leistungen sowie das Leiten der Besprechungen. Bei einem anderen Projekt, für eine Bank, ging es um das Austauschen von rund 6.000 neuen PCs und Notebooks und darum, diese Hardwareeinheiten über Verteilungsskripte mit Software auszustatten. Das Finanzamt sah die Tätigkeit als Projektmanager als gewerblich an, das Finanzgericht schloss sich dem an, der EDV-Berater legte Revision ein - und gewann.

Denn der Bundesfinanzhof stufte die Einkünfte als freiberuflich ein (Urteil vom 22.09.2009, Az. VIII R 79/06). Dies begründeten die Richter damit, dass das Finanzgericht bereits festgestellt habe, dass der Kläger sich als Autodidakt ein hinreichendes Wissen angeeignet habe. Darüber hinaus sei er auch wie ein Ingenieur tätig gewesen. Denn die Leitung von IT-Projekten sei ein typisches Beschäftigungsfeld von Informatik-Ingenieuren. Schließlich gehe es vor allem um die technische Realisierung eines Vorhabens. Dabei spiele es keine Rolle, dass er zusätzlich Managementaufgaben gehabt habe und die Projekte von einem Team bearbeitet worden seien.



Spezialfall: Webdesigner



Während die Lage bei IT-Fachleuten also bisweilen kompliziert ist und viele Faktoren - wie das Wissen, die Ausbildung und die aktuelle Tätigkeit - bewertet werden müssen, ist die Situation bei Webdesignern klarer. Hier liegt tatsächlich häufig eine freiberufliche Tätigkeit vor.

Voraussetzung ist aber, dass die Tätigkeiten als künstlerisch im Sinne von § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG anzusehen sind. Wann die hierzu erforderliche Kreativität beziehungsweise "Schöpfungshöhe" gegeben ist, ergibt sich aus einer Entscheidung des Finanzgerichtes Münster (Urteil vom 19.06.2008, Aktenzeichen 8 K 4272/06).

Typischerweise ist das der Fall, wenn der Webdesigner für die Gestaltung von Internetseiten seiner Kunden verantwortlich ist. Nicht aber, wenn es um technische Abläufe geht, für die Webmaster oder -administratoren zuständig sind. Ein einschlägiger Hochschulabschluss, zum Beispiel als Diplom-Designer oder Grafik-Designer, ist von Vorteil. Ein Pluspunkt ist es zudem, wenn die Künstlersozialkasse (KSK) die Tätigkeit als künstlerisch eingestuft hat. Hierzu muss ein Antrag bei der KSK gestellt werden.

Vorteile der KSK für selbstständige Webdesigner

Das kann auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten interessant sein. Denn über die KSK sind Mitglieder sozialversicherungsrechtlich abgesichert und müssen, ähnlich wie Arbeitnehmer, nur 50 Prozent ihrer Beiträge für die Krankenkasse, Deutsche Rentenversicherung und gesetzliche Pflegeversicherung selbst zahlen. Der übrige Anteil wird von der KSK entrichtet. Wichtig ist, dass Webdesigner ohne Hochschulstudium normalerweise nicht darlegen und beweisen müssen, dass sie über die Kenntnisse eines einschlägigen Hochschulabsolventen wie etwa eines Diplom-Designers verfügen.

Im Zweifel hilft Beratung

Inwieweit IT-Spezialisten als Freiberufler anzusehen sind, hängt von den genauen Umständen des Einzelfalls ab. Bei Problemen mit der Anerkennung des freiberuflichen Status sollte man sich am besten von einem Steuerberater oder Fachanwalt für Steuerrecht beraten lassen.

Wer unsicher ist, kann sich zudem vor der Abgabe der ersten Steuererklärung direkt beim Finanzamt informieren oder sich von Experten beraten lassen. Dies hat den Vorteil, dass keine hohen Nachzahlungen entrichtet werden müssen. Diese Gefahr besteht nämlich, wenn sich die Tätigkeit nachträglich als gewerblich herausstellt.

IT-Freiberufler sollten schließlich beachten, dass das Ausüben von gewerblichen Nebentätigkeiten zum Verlust der Anerkennung als Freiberufler führen kann. Auch hier ist eine Beratung empfehlenswert, um Ärger zu vermeiden.  (habu)


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