Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/matisse-auch-aelterere-am4-platinen-unterstuetzen-ryzen-3000-1904-140735.html    Veröffentlicht: 17.04.2019 10:45    Kurz-URL: https://glm.io/140735

Matisse

Auch älterere AM4-Platinen unterstützen Ryzen 3000

Wer ein Mainboard mit einem 300er- statt 400er-Chipsatz für den Sockel AM4 nutzt, kann auf einen Ryzen 3000 alias Matisse aufrüsten: Hersteller wie Asus und nun auch MSI sehen entsprechende Firmware-Updates vor. Etwas problematisch ist dabei der verwendete UEFI-Baustein.

Eine bei Reddit zitierte Aussage eines Support-Mitarbeiters von MSI gab den Anstoß: Angeblich würden Platinen mit Sockel AM4 und B350- oder X370-Chip die kommenden Ryzen 3000 nicht unterstützen. Dabei hatte AMD schon vor Jahren erklärt, dass die langfristige Kompatibilität gegeben sein soll. Mittlerweile sagte MSI in einer Stellungnahme, dass ältere Boards sehr wohl die intern Matisse genannten CPUs aufnehmen werden. Passende Updates sollen im Mai 2019 veröffentlicht werden, die Prozessoren erscheinen einige Wochen später.

Rein von der thermischen Verlustleistung her dürften Platinen mit B350- oder X370-Chip mit den Ryzen 3000 kein Problem haben, da AMD nicht vorhat, die bisherigen 105 Watt signifikant zu überschreiten. Der eigentliche Hintergrund um eine Kompatibilität zu gewährleisten, ist der gegebene Speicherplatz des UEFI-Bausteins: In diesen müssen mehrere Agesa passen, denn die AMD Generic Encapsulated Software Architecture enthält den notwendigen Microcode; ohne verweigert die Platine mit entsprechender CPU den Start. Flashen ohne Prozessor klappt bei Sockel AM4 in der Regel nicht.

Bisher muss die Agesa für Summit Ridge (Ryzen 1000), für Raven Ridge (Ryzen 2000 als APUs) und Pinnacle Ridge (Ryzen 2000 als CPUs) in dem Baustein gesichert werden. Ist dessen Kapazität zu knapp bemessen, passt die Agesa für Matisse nicht mehr hinein. Die Lösung von AMD nennt sich Combo PI und kombiniert offenbar mehrere Agesa, was den Platzbedarf verringert und die Kompatibilität garantiert. Hauptplatinen, bei denen gleich ein größerer - und teurerer Chip - verbaut wurde, haben das Problem ohnehin nicht. Augenscheinlich haben mehrere Hersteller, nicht nur MSI, bei einigen 300er-Boards versucht, an der falschen Stelle ein paar Cent oder Dollar zu sparen.

Denn Firmware-Updates für AM4-Platinen für die Ryzen 3000 gibt es derzeit primär für B450/X470-Bretter und die haben zumeist direkt größere UEFI-Bausteine als ihre 300er-Pendants. Die neuen CPUs werden für Sommer 2019 erwartet, derzeit gilt Anfang Juli als Veröffentlichungszeitraum. Die Matisse basieren auf der Zen-2-Architektur und nutzen die 7-nm-Fertigung für die eigentlichen CPU-Chips, geplant sind 8- und 16-Kerner.  (ms)


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