Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/spacex-raketenstufe-nach-erfolgreicher-landung-umgekippt-1904-140707.html    Veröffentlicht: 16.04.2019 13:10    Kurz-URL: https://glm.io/140707

SpaceX

Raketenstufe nach erfolgreicher Landung umgekippt

Erst beim zweiten Versuch gelang SpaceX die Landung der Zentralstufe einer Falcon Heavy auf einem Drohnenschiff im Atlantik. Gestern ist sie auf dem Weg zurück umgekippt. Die teure Nutzlastverkleidung der Rakete wurde dagegen erstmals erfolgreich geborgen.

Beim zweiten Flug der Falcon Heavy lief noch alles wie geplant. Der Satellit wurde in die Umlaufbahn gebracht, die Seitenbooster kehrten nach Florida zurück und setzten kurz nacheinander auf ihren Landeplätzen auf. Die Zentralstufe, die beim letzten Flug noch ins Meer stürzte, landete erfolgreich auf dem Drohnenschiff "Of Course I Still Love You" und dann kippte sie um.

Dem Internetmagazin The Verge sagte ein Sprecher von SpaceX, dass das Schiff zuvor in raue See mit drei Meter hohen Wellen geriet. Dabei begann die Raketenstufe sich zu bewegen und kippte schließlich um. Laut Elon Musk blieb dabei der untere Teil der Raketenstufe an Bord und ist wohl noch weitgehend intakt. Ähnliches passierte bereits nach einer Landung im Mai 2016, wenn auch mit glücklicherem Ausgang.

Seitdem hat SpaceX einen fahrbaren Roboter namens Octagrabber gebaut. Er kann auf dem Schiffsdeck verankert werden, nachdem er sich mit dem sogenannten Octaweb verbunden hat, der Triebwerksmontierung mit einem Triebwerk in der Mitte und acht weiteren drumherum. Dadurch kann verhindert werden, dass sich die Raketenstufe bei stärkerem Wellengang bewegt. Schließlich können die Wellen auf dem Nordatlantik noch deutlich höher als drei Meter werden.

Die Triebwerksmontierung der Zentralstufe der Falcon Heavy muss aber viel höhere Belastungen aushalten als die der Falcon 9, weil sie mit einer höheren Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintritt. Die dafür nötigen Modifikationen am Octagrabber hatte SpaceX noch nicht durchgeführt. Für den nächsten Flug der Falcon Heavy stand aber ohnehin schon eine neue Raketenstufe bereit, so dass es dort keine Verzögerungen im Startplan geben soll.

Die Nutzlastverkleidung wurde geborgen

Mehr Glück hatte SpaceX bei der Bergung der Nutzlastverkleidung. Erstmals gelang es, beide Hälften mit einem Fallschirm im Meer zu landen und von dort zu bergen. Auch diesmal sind alle Versuche gescheitert, die Verkleidung bei der Landung im Meer in einem Netz auf einem Schiff aufzufangen. Sie soll nun gereinigt und aufgearbeitet werden. Sie soll in der Herstellung 5 Millionen US-Dollar kosten und stellt damit etwa ein Zehntel des Startpreises einer Falcon 9 dar.

Die Nutzlastverkleidung ist ein kritischer Teil jeder Mission. Sie muss sich zuverlässig öffnen und darf bei der Freisetzung des Satelliten keineswegs klemmen. Zuletzt scheiterte daran 2017 der Start eines indischen Navigationssatelliten. Das Risiko einer gebrauchten Nutzlastverkleidung ist für kommerzielle Anbieter also sehr groß und für Versicherungen schlecht einzuschätzen, weshalb sie zuerst bei einem Start mit SpaceX' eigenen Starlink-Satelliten zum Einsatz kommen sollen.

 (fwp)


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