Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/osterzeit-beschaeftigte-an-vier-standorten-bestreiken-amazon-1904-140680.html    Veröffentlicht: 15.04.2019 12:12    Kurz-URL: https://glm.io/140680

Osterzeit

Beschäftigte an vier Standorten bestreiken Amazon

Bei Amazon geht der seit 2013 laufende Streik weiter. Es geht um Lohnerhöhungen und immer noch um einen Tarifvertrag.

Die Beschäftigten der Amazon-Standorte in Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen, Bad Hersfeld (Hessen) sowie Koblenz (Rheinland-Pfalz) haben in der Nacht zum Montag die Arbeit niedergelegt. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 15. April 2019 bekannt. Ziel sind ein Tarifvertrag und deutliche Lohnerhöhungen. Die Streiks finden auch vor dem Hintergrund der Einzelhandelstarifrunde in den Bundesländern statt.

Bei Amazon streiken die Beschäftigten in Rheinberg und Werne bis einschließlich Donnerstag, in Bad Hersfeld bis einschließlich 16. April und in Koblenz nur am heutigen Montag (15. April 2019). Verdi hat nicht genügend Mitglieder bei Amazon, um den Betrieb zum Erliegen zu bringen, es kommt aber immer zu Einschränkungen des Betriebs. Seit 2013 legen Beschäftigte immer wieder die Arbeit nieder. Urlaubsgeld fehlt bei Amazon nach Gewerkschaftsangaben komplett, das Weihnachtsgeld sei deutlich niedriger als das tarifliche. Amazon verweigerte von Anfang an Gespräche mit Verdi.

"Die Beschäftigten geben nicht auf, im Gegenteil. Sie wollen damit auch die Willkür eines Handelsunternehmens beenden, das seine Beschäftigten mit Arbeitshetze und umfassenden Kontrollen unter Druck setzt", sagte Stefanie Nutzenberger, Mitglied im Vorstand von Verdi.

Amazon erklärt immer das Gleiche

"Der Streik hat keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Lieferversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal. Wir bezahlen in unseren Logistikzentren am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist", erklärte ein Amazon-Sprecher.

In Deutschland beginnen die Beschäftigten laut Amazon mit einem Lohn von umgerechnet mindestens 10,78 Euro brutto pro Stunde. Nach 24 Monaten sind es im Durchschnitt 2.397 Euro brutto im Monat, inklusive zusätzlicher Leistungen wie leistungsbezogener Boni.

Während der Osterzeit könne es laut Verdi auch an anderen Standorten von Amazon jederzeit zu Arbeitsniederlegungen kommen.

Verdi fordert in der Tarifrunde des Einzelhandels 2019 neben Lohn- und Gehaltssteigerungen auch, die ausgehandelten Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklären zu lassen.  (asa)


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