Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/the-farm-51-chernobylite-braucht-geld-fuer-akkurates-atomkraftwerk-1904-140651.html    Veröffentlicht: 12.04.2019 11:18    Kurz-URL: https://glm.io/140651

The Farm 51

Chernobylite braucht Geld für akkurates Atomkraftwerk

Das Entwicklerstudio The Farm 51 bittet die Community um Unterstützung für sein Actionspiel Chernobylite, weil es Umgebungen möglichst akkurat 3D-scannen will. Auch das Unternehmen hinter Myst begründet eine Kickstarter-Kampagne mit neuer Technologie.

Seit mehr als einem Jahr arbeitet das polnische Entwicklerstudio The Farm 51 (Get Even) an einem Actionspiel namens Chernobylite, dessen Schauplatz vor allem das ehemalige Atomkraftwerk in Tschernobyl ist. Nun bitten die Entwickler ihre Community um finanzielle Unterstützung: Auf Kickstarter schreiben sie, dass sie die Umgebungen möglichst akkurat per 3D-Scan erfassen und ins Spiel einbauen wollten. Dafür benötigen sie knapp 90.000 Euro, um auf mehreren Reisen zu dem Kraftwerk die Daten zu erfassen und nachzubearbeiten.

Wer den Entwicklern dabei mit mindestens 2.500 US-Dollar hilft, kann sie auf einem dieser Trips sogar begleiten - um die Anreise nach Kiew müssen sich Interessierte allerdings selbst kümmern. Chernobylite soll im Herbst 2019 zuerst für Windows-PC und später für Konsolen erscheinen. Die Handlung dreht sich um einen Wissenschaftler, der 30 Jahre nach der Katastrophe in dem Kraftwerk nach seiner damals auf mysteriöse Art verschwundenen Freundin sucht. Unterstützer erhalten ab einem Beitrag von 15 US-Dollar Zugriff auf eine spielbare Demoversion.

Die Finanzierung von Spieleprojekten war eine Zeitlang schwer angesagt, ist inzwischen aber in Misskredit geraten. Viele mit hohen Summen durch die Community unterstützte Projekte sind mit massiver Verspätung, enttäuschenden Inhalten oder gar nicht erschienen. Kampagnen speziell für zusätzliche technische Elemente wie in Chernobylite gab es bislang nicht oft.

Mit den Kosten neuer Technologien erklärt auch das Entwicklerstudio Cyan seine Kampagne für Firmament. Das an den ebenfalls von Cyan produzierten Klassiker Myst erinnernde Projekt wird primär für VR-Headsets entstehen. Die wichtigste Besonderheit ist eine kleine Drohne, die den Spieler begleiten und im Kampagnenverlauf lernen soll, die virtuellen Handgesten wie Sprache zu interpretieren, um entsprechend zu reagieren.

Firmament entsteht auf Basis von Unreal Engine 4 für Oculus und HTC Vive, es soll aber auch ohne VR-Headset auf Windows-PC spielbar sein. Wenn nicht nur das Basisziel von rund 1,14 Millionen Euro, sondern ein höheres Stretchgoal erreicht wird, soll es auch Unterstützung für Playstation VR geben. Trotz der hohen Summen hat Firmament Chancen, seine Finanzierungsziele zu erreichen. Das Spiel soll dann laut den Entwicklern Mitte 2020 erscheinen.  (ps)


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