Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bye-aerospace-eflyer-2-norwegisches-luftfahrtunternehmen-kauft-60-elektroflugzeuge-1904-140650.html    Veröffentlicht: 12.04.2019 11:32    Kurz-URL: https://glm.io/140650

Bye Aerospace eFlyer 2

Norwegisches Luftfahrtunternehmen kauft 60 Elektroflugzeuge

Norwegen will bis 2040 auf Kurzstrecken nur noch Elektroflugzeuge einsetzen. Angehende Piloten bekommen in zwei Jahren den ersten Eindruck vom sauberen Fliegen: Das Ausbildungsunternehmen OSM Aviation hat 60 Trainingsflugzeuge mit Elektroantrieb gekauft.

Elektroflieger werden professionell: Das norwegische Unternehmen OSM Aviation schafft 60 elektrisch angetriebene Flugzeuge an. "Das ist bis dato die größte Bestellung für kommerzielle Elektroflugzeuge", kommentierte OSM-Chef Espen Høiby. Die ersten Maschinen werden 2021 ausgeliefert.

OSM Aviation gehört zum Teil der Fluglinie Norwegian Air und beschäftigt sich unter anderem mit der Pilotenausbildung. Es will die Elektroflugzeuge in der Ausbildung einsetzen. Bisher nutzt das Unternehmen dafür konventionelle Flugzeuge. Es verfügt über knapp zwei Dutzend, hauptsächlich vom Typ Cessna 172.

In Zukunft will OSM das Pilotentraining mit dem Elektroflugzeug eFlyer 2, ehemals Sun Flyer 2, des US-Herstellers Bye Aerospace absolvieren. Der eFlyer ist ein Zweisitzer mit einer Spannweite von knapp 11,6 Metern. Der Antriebsstrang mit einem etwa 90 Kilowatt starken Elektromotor stammt von Siemens. Die Flugdauer beträgt etwa drei Stunden. Anfang Februar absolvierte der eFlyer 2 den ersten offiziellen Testflug.

Die Flugzeuge seien zwar mit 350.000 US-Dollar pro Stück vergleichsweise teuer, sagte Høiby der britischen Nachrichtenagentur Reuters. Dafür koste eine Flugstunde auf einer solchen Maschine nur 20 US-Dollar - im Gegensatz zu 110 US-Dollar pro Flugstunde auf einem konventionellen Flugzeug.

Der eFlyer sei vor allem für die Ausbildung konzipiert, sagte Konstrukteur George Bye vor einiger Zeit Golem.de. Für die Flugschüler ändere sich aber nichts, sagte Høiby: Das Training bleibe gleich, und sie erhielten nach bestandener Prüfung den gleichen Flugschein.

Norwegen will bis 2040 Kurzstreckenflüge auf Elektroflugzeuge umstellen. Die erste Strecke soll 2025 erprobt werden.

Neben Bye Aerospace gibt es einige weitere kommerzielle Anbieter von Elektroflugzeugen. Das slowenische Unternehmen Pipistrel bietet seinen Alpha Trainer auch mit Elektroantrieb an. Das Unternehmen PC Aero aus Nesselwang im Allgäu baute das Elektrokleinflugzeug Elektra One Solar und flog damit 2015 über die Alpen.

Airbus hingegen stellte sein Elektroflugzeugprojekt ein. Der europäische Luftfahrtkonzern hatte 2013 das Elektroflugzeug E-Fan vorgestellt, das als Trainingsflugzeug für zwei Personen gedacht war. Airbus wollte es in Serie produzieren, entschied sich aber 2017 stattdessen dafür, ein Verkehrsflugzeug mit Hybridantrieb zu entwickeln.  (wp)


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