Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/1-gbit-s-verkehrsministerium-hat-keine-informationen-zu-glasfaser-1904-140629.html    Veröffentlicht: 11.04.2019 14:30    Kurz-URL: https://glm.io/140629

1 GBit/s

Verkehrsministerium hat keine Informationen zu Glasfaser

Das Bundesverkehrsministerium kann keine Angaben dazu machen, wie viele Kilometer Glasfaser neu bis in die Haushalte verlegt wurden. Rund 1,2 Prozent aller Haushalte wurden neu versorgt.

Auf die Frage, wie viel Kilometer Glasfaserkabel im Jahr 2018 nach Kenntnis der Bundesregierung insgesamt, besonders in ländlichen und strukturschwachen Regionen verlegt wurden, gab das Bundesverkehrsministerium an, keine eigenen Informationen zu haben. Das ergab eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion an die Bundesregierung, die dem Hauptstadtstudio von RTL und N-TV exklusiv vorab vorliegt. Oliver Luksic, Sprecher für Digitale Infrastruktur der FDP-Bundestagsfraktion, sagte: "Der Bund kann nicht einmal Zahlen liefern, wie viele Kilometer Glasfaser verlegt sind."

Mitte 2018 verfügten laut den Angaben nur 8,5 Prozent der Häuser und Wohnungen in Deutschland über direkte Glasfaseranschlüsse. Von Mitte 2017 bis Mitte 2018 wurden weitere 483.900 Haushalte mit Glasfaser versorgt, das entspricht rund 1,2 Prozent aller Haushalte.

Bewegung bei FTTH/B in 2019

Die große Koalition strebt eine flächendeckende digitale Infrastruktur mit Gigabit-Netzen bis zum Jahr 2025 an. Im Koalitionsvertrag hatte sich die Bundesregierung das anspruchsvolle Ziel einer "flächendeckenden digitalen Infrastruktur von Weltklasse" gesetzt. Union und SPD formulierten: "Wir wollen den Netzinfrastrukturwechsel zur Glasfaser. Unser Ziel lautet: Glasfaser in jeder Region und jeder Gemeinde, möglichst direkt bis zum Haus. Schulen, Gewerbegebiete, soziale Einrichtungen in der Trägerschaft der öffentlichen Hand und Krankenhäuser werden wir bereits in dieser Legislaturperiode direkt an das Glasfasernetz anbinden."

Die lokalen Netzbetreiber M-net, Netcologne und Wilhelm.tel bauen in ihren Metropolen massiv Glasfaser bis an und in die Häuser aus. Dazu kommt der große Beitrag der lokalen Unternehmen, die im Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) organisiert sind. Auch die Deutsche Telekom hat einige großflächige FTTH-Projekte angekündigt, die aber zumeist erst kürzlich begonnen wurden. In Hamburg haben die Stadtwerketochter Wilhelm.tel und deren Partner Willy.tel schon so viele Nutzer, dass die Telekom heute nur noch jeden fünften privaten Kunden versorgt. Die beiden betreiben zusammen den Glasfaserausbau.  (asa)


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