Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/united-internet-5g-auktion-mit-weiterer-eskalation-von-1-1-drillisch-1904-140610.html    Veröffentlicht: 10.04.2019 19:29    Kurz-URL: https://glm.io/140610

United Internet

5G-Auktion mit weiterer Eskalation von 1&1 Drillisch

Der Konflikt bei der 5G-Auktion dauert an. Am Morgen hatte sich 1&1 Drillisch bei einem Block zurückgezogen und ihn dann mit Jumps in der nächsten Runde zurückgeholt. Nun ist man bei Geboten über 5 Milliarden Euro.

Zum Ende der Runde 171 der 5G-Auktion der Bundesnetzagentur wurden am Mittwoch 5,07 Milliarden Euro erreicht. "1&1 Drillisch hat Mittwochmorgen einen konkreten Block ganz unten zurückgezogen und dann mit Jumps in der nächsten Runde zurückgeholt. Das ist eine kleine Eskalation", sagte Professor Vitali Gretschko vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Golem.de auf Anfrage. Ansonsten hätten sie sich heute ruhig verhalten.

Spannend werde es, wenn sich die Preise im 3,6-GHz-Band wieder so weit anpassen, dass Drillisch überboten ist. "Drillischs Verhalten ist sehr schwer zu interpretieren. Ich will nicht sagen, dass sie erratisch bieten, aber ein klares Muster ist sehr schwer zu sehen", sagte Gretschko.

Der Konflikt bei der 5G-Auktion dauere an. "Es wird nach wie vor ein Block zu viel nachgefragt. Die Bieter versuchen sich gegenseitig zu signalisieren, wer reduzieren soll. Sie versuchen beispielsweise durch Zurückziehen von Geboten den Preisanstieg auf Blöcken zu begrenzen, die sie eher kaufen werden als die Wettbewerber", sagte Gretschko. Andersherum versuchen die Wettbewerber auf eben diesen Blöcken mit schnellem Preisanstieg abzustrafen.

Der Spieltheoretiker Stephan Knapek von TWS Partners erklärte: "Die Zeit der Signale ist aber vorbei. Es ist für alle ganz klar, was passieren muss, damit die Auktion zu Ende geht. Am Ende wird ein Bieter reduzieren, wenn die Schmerzgrenze erreicht ist. Wer das sein wird, ist gerade die große Frage."

Die etablierten Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica signalisierten Ende vergangener Woche, dass sie Drillisch mit einem Frequenzpaket in den Markt lassen wollen, das einen Netzaufbau ermöglicht. Nach dieser Einigung war nur noch einer von 41 Blöcken umstritten. Ein Konflikt, den die Etablierten wohl unter sich lösen wollten.

Nachdem es am Montag und Dienstag vergangener Woche danach aussah, dass eine Einigung in Sicht ist, eskalierte die Auktion zum Ende der vergangenen Woche. "Am Dienstagabend vergangene Woche entschied Drillisch wieder mitzumischen", sagte Knapek. "Sie boten auf Frequenzen, die sie eigentlich schon aufgegeben hatten. Es schien, als würden sie eine Einigung unter den Etablierten erzwingen wollen, indem sie die Preise erhöhten." Diese Strategie sei nicht erfolgreich gewesen, weil die Preise eskalierten. Insgesamt hob Drillisch nur durch Sprunggebote bis Freitagabend den Preis um 1 Milliarde Euro an. Wenn sich eine Einigung unter den drei Netzbetreibern anzubahnen schien, ging Drillisch wiederholt mit hohen Geboten dazwischen.  (asa)


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