Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0105/14059.html    Veröffentlicht: 23.05.2001 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/14059

Spieletest: Bundesliga Manager X - Rückkehr des Veteranen

Neuauflage der Management-Simulation

Bis vor ein paar Jahren noch griff beinahe jeder, der an fußballerischem Wirtschaftsmanagement interessiert war, zum Bundesliga Manager von Software 2000. Dann kam Ascaron und schaffte es, mit dem Titel Anstoss und dessen Fortsetzungen den einstigen Tabellenführer von der Spitzenposition zu vertreiben. Mit dem Bundesliga Manager X soll nun verloren gegangener Boden wieder wettgemacht werden.

Prinzipiell sollten die Chancen dafür nicht schlecht stehen, schließlich steht Anstoss 3 mittlerweile schon mehr als ein Jahr im Regal. Trotzdem ist der Titel bis heute in Sachen langanhaltender Motivation und Komplexität ungeschlagen, selbst Electronic Arts schaffte es nicht, Ascarons Meisterwerk zu übertrumpfen.

Screenshot #1
Screenshot #1
Der Bundesliga Manager X will nun sowohl mit spielerischer Vielfalt als auch mit optisch ansprechenden Spielsequenzen überzeugen, und zumindest Ersteres gelingt den erfahrenen Programmierern von Software 2000 auch recht gut. Die Menüs sind allesamt übersichtlich und durch wenige Klicks zu erreichen, zudem sind die Grafiken und Symbole meist selbsterklärend.

Screenshot #2
Screenshot #2
Über mangelnde Einstellungsmöglichkeiten dürfte sich kaum jemand beschweren: Neben den üblichen Trainingsvorgaben, den Verhandlungen mit Spielern und Sponsoren sowie dem Ausbau des Vereinsgeländes darf man sich auch selbst um die Fanartikelproduktion oder die Talentsuche bemühen. Die Spieler werden durch eine 20 Werte umfassende Tabelle beschrieben, so dass sich durch insgesamt 43 verschiedene Tariningseinheiten jeder einzelne Kicker wieder in Topform bringen lässt.

Screenshot #3
Screenshot #3
Bei der Vergabe der offiziellen Bundesliga-Lizenz zog Software 2000 den Kürzeren, so dass man im Spiel leider nicht mit den originalgetreuen Spielern und Vereinen antreten kann, sondern mit Hortha Berlin oder Kraft Cottbus Vorlieb nehmen muss. Wie immer kann dem Namenskauderwelsch aber per beigefügtem Editor abgeholfen werden.

Screenshot #4
Screenshot #4
Bei den Spielsequenzen wurde allerdings geschlampt: Sehen die Spielszenen zu Beginn noch recht ansprechend aus, fragt man sich schon bald, warum die Akteure auf dem grünen Rasen derart planlos und unübersichtlich vorgehen - anstatt spannungsgeladener Wettkämpfe ergeben sich oft amateurhafte Balldreschereien. Der Spielkommentar von Jörg Wontorra passt da mit seinen kurzen, sich oft wiederholenden und nie so richtig passenden Aussagen qualitativ perfekt zum optischen Geschehen.

Fazit:
Nachdem die letzten Versionen des Bundesliga Manager eher durch Bugfülle denn durch Spieltiefe begeistern konnten, meldet sich Software 2000 nun mit einer grundsoliden Simulation eindrucksvoll zurück. Wären da nicht die misslungenen Spielszenen und die im Vergleich zu Anstoss nicht ganz so lang anhaltende Motivation hätte man sogar einen neuen Meister küren können - so verbleibt die Meisterschale allerdings bei Ascaron.  (tw)


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