Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kryptowaehrungen-china-will-bitcoin-ethereum-und-co-komplett-verbieten-1904-140561.html    Veröffentlicht: 09.04.2019 11:47    Kurz-URL: https://glm.io/140561

Kryptowährungen

China will Bitcoin, Ethereum und Co. komplett verbieten

Sinnlose Ressourcenverschwendung, Umweltverschmutzung und mangelnde Sicherheit sind für China Argumente, Kryptowährungen zu verbieten. Dabei kommen einige große Kryptoanbieter aus dem Land. Noch ist das Konzept nicht vollständig ausgearbeitet.

Obwohl es in der Volksrepublik China viele große Kryptomininghersteller gibt, will die Regierung des Landes diesen Industriezweig möglichst loswerden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die staatliche Organisation National Development and Reform Commission gibt dabei an, dass Kryptomining unsicher sei, Ressourcen verschwende und die Umwelt verschmutze. Bisher gibt es allerdings noch keinen konkreten Plan, wie das Land Bitcoin, Ethereum und Co. verbannen will.

Die chinesische Regierung hat bisher nur einen Entwurf vorgelegt, auf den öffentliches Feedback gegeben werden kann. Dieser Zeitraum läuft noch bis zum 7. Mai 2019. Danach soll das weitere Vorgehen geplant werden. Das Dokument enthält kein Datum, wann Kryptomining gebannt werden soll. Dies sei laut Reuters eigentlich ein Indiz für dessen sofortige Beseitigung.

Zukunft von Bitcoin kann in zwei Richtungen gehen

Gerade für China könnte es schwer werden, das umzusetzen: Einige der größten Hersteller von Asics wie die Bitmain Technologies Ltd. oder die Canaan Inc. sind chinesische Unternehmen, obwohl das Geschäft mit Kryptowährungen bereits seit längerer Zeit von der Regierung reguliert wird.

Ein komplettes Verbot würde wahrscheinlich einige große Kryptomining-Farmen in China aus dem Geschäft nehmen. Das könnte zur Folge haben, dass Bitcoin im Wert steigt, da es künftig weniger schnell geschürft wird. Zwar wird wohl als Reaktion darauf die Schwierigkeit der Berechnung angepasst werden, es wird in anderen Ländern trotzdem meist teurer, Mining-Anlagen wegen höherer Stromkosten zu betreiben.

Andererseits könnten Investoren den Glauben an das System an sich verlieren und ihre verbliebenen Bitcoin verkaufen, was einen Preisfall zur Folge hätte. Momentan erfährt Bitcoin einen leichten Kursanstieg auf etwa 5.200 US-Dollar. Es ist fraglich, ob Werte jenseits von 10.000 US-Dollar nach dem Boom im Jahr 2017 noch einmal erreicht werden.  (on)


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